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Anleitungen und
Rezepte zur Herstellung von Obst- und Beerenwein mit einem Anhang zur
Marmeladenbereitung für den Hausbedarf.
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Einheits-Vorschrift I |
ACHTUNG!
Vor Zubereitung der Früchte oder Fruchtsäfte muß
die Weinhefe an gesetzt werden. Das geschiet nach Vorschrift 1-2
Tage vorher. |
2. Tag und 3. Tag:
4. Tag:
5. bis 8. Tag: |
Bei schweren Getränken das zweite
Drittel des Zuckers hinzufügen.
Bei schweren Getränken den Rest des Zuckers hinzufügen.
Während der stürmischen Gärung empfiehlt es sich,
die Gärgefäße nur
3-Viertel voll zu halten, damit der Schaum nicht ausfließen
kann. |
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1. Tag
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1.
2.
3.
4.
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Früchte waschen
Früchte vorbehandeln
Früchte zerkleinern
Früchte 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge übergießen. |
5.
6.
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Die Proform-Weinhefe,
die Zutaten und bei leichtem Weinlingden gesamten Zucker, bei schwererem
Weinling nur 1/3 des Zuckers hinzufügen.
Das Gefäß, in dem sich die Fruchtmaische befindet, mit
einem Tuch bedeckt, 24 Stunden bei 20°C stehen lassen . |
2. Tag:
3. Tag:
4. Tag:
5. bis 8. Tag: |
Je nach der Art der Frucht - entsprechende
Hinweise enthalten unsere Rezepte - wird die Fruchtmaische abgepreßt
oder abgeseiht. Der Saft wird in ein Gärge gefüllt, welches
mit einem trichter oder einem Gärschaumfänger verschlossen
wird.
Bei schwerem Weinling das zweite Drittel des Zuckers hinzu fügen.
Bei schwerem Weinling den Rest des Zuckers hinzu fügen.
Während der stürmischen Gärung empfiehlt es sich,
die Gärgefäße nur 3/4 voll zu halten, damit
der Schaum nicht abfließen kann. |
| Sobald die Schaumgärung
nachläßt, beginnt die ruhige Gärung. Das gärgefäß
wird nunmehr mit reinem Wasser auf die vorgeschriebene Literzahl
ergänzt, d.h. randvoll gefüllt und mit einem Gärverschluß
versehen. Bei einigen Früchten, vielfach auch bei leichten
Getränken, tritt keine oder nur eine geringe Schaumbildung
ein. |
In diesem Falle ist das
Gefäß bereits am 4. Tag auf zu füllen und mit einem
Gärverschluß zu versehen. Das Gärgefäß
bleibt nur bei guter Temperatur (20°C) stehen, bis die Gärung
vollständig nachläßt. Nach ungefäht 6 Wochen
wird das erste Mal vom Bodensatz abgezogen, der Schwund aufgefüllt
und wieder unter Gärverschluß aufbewahrt. |
Erst , wenn keineKöhlensäurebläschen
mehr aufsteigen - immer unter der Voraussetzung normaler Gärtemperatur
- kann der Weinling nach weiterem mehrmaligen Abstechen vom Bodensatz
zur Klärungin den Keller gestellt werden. |
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Was der Hausweinbereiter über die alkoholische
Gärung wissen muß
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| Die
alkoholische Gärung wird durch einzellige, nur mit dem Mikroskop
unterscheidbare Pflänzchen hervorgerufen, welche unter dem
Sammelnamen Hefen der Gruppe der Schmarotzerpilze angehören
und überall in der Natur an zu treffen sind, in der Luft, im
Wasser, im Erdboden, auf den Pflanzen, auf Früchten usw. Viele
Hundert finden auf einer Nadelspitze Platz. Diese Kleinlebewesen
sind imstande, den Zucjker der Früchte umzuwandeln in Alkohol
und Kohlensäure. Die Kohlensäure entweicht dabei in die
Luft, während der Alkohol gelöst in der vergorenen Flüssigkeit
verbleibt.Theroretisch entstehen dabei aus zwei Teilen Zucker etwa
ein Teil Alkohol und etwa ein Teil Kohlensäure. |
Doch ist die Fähigkeit
der Hefen zur Alkoholbildung begrenzt, sie erreicht je nach ihrer
Art und Zusammensetzung der Fruchtsäfte im günstigsten
Falle eine Höhe von
17-18 %.
Ebenso, wie man nun bei Pflanzen und Tieren unterschiedliche Rassen
und Eigenschaften feststellen kann, gibt es auch Hefen, die grundverschiedene
Eigenschaften besitzen und zu verschiedenen Leistungen befähigt
sind. Seit der Zeit, da man sich wissenschaftlich mit dem Weinbau
befaßt, wurden zahlreiche, besonders charakteristische Weinheferassen
isoliert und rein gezüchtet, die man als echte Weinhefen bzw.
auch als Edelhefen bezeichnet. Kennzeichnend für diese
Edelhefen sind ihre besonderen |
Eigenschaften,
welche sich hauptsächlich dadurch äußern, daß
sie ein Alkoholproduktionsvermögen besitzen, also verschiedene
starke Weine hervorbringen und zudem eigene typische Bukett- bzw.
Duftnote entwickeln. Es ist eine wissentschaftlich exakt
bewiesene Tatsache, daß ein und derselbe Traubensaft mit verschiedenen
Hefen vergoren, z.B. mit Tokainer-, mit Rheinwein-, oder Taragonnahefe,
grundsätzlich verschieden duftende Weine hervorbringen wird.
Jede Hefe erzeugt also ein bestimmtes, ihr eigenes Gärbukett,
welches allerdings flüchtiger Natur ist und um so schneller
verloren geht, je mehr der Wein belüftet wird. |
| Während
wir nun auf der Weintraube vorzugsweise die für Weinhefen charakteristischen
Weinhefen antreffen, finden wir auf anderen Früchten Hefen,
die sich von den Weinhefen wesentlich unterscheiden. Solch Hefen,
die man als wilde Hefen bezeichnet, besitzen meist ein sehr geringes
Alkoholproduktionsvermögen und sind nicht imstande, ein so
feines, edles Getränk hervorzurufen wie bevorzugte Weinheferassen.
Sie sind in der Natur überall anzutreffen, natürlich nicht
rein, sondern ganz unterschiedliche Rassen wahllos untereinander
gemischt, |
da Wind, Insekten und Witterungseinflüsse für ihre Verbreitung
sorgen. Hierher gehören auch gefährliche
Gärungschädlinge , z.B. Kahm- und Apiculatushefen, welche
dem Wein einen unangenehmen Geschmack verleien. Darüber hinaus
befinden sich aber an Obst- und Beerenfrüchten noch andere
Kleinlebewesen, z.B. Schimmelpilze, Essig- und Milchsäurebakterien
und andere gefährliche Krankheitserreger des Weines,
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die oft
schon vor der Fruchtsaftgewinnung auf teigigen, beschädigten
und weichen Früchten einen günstigen Nährboden finden.
Tatsächlich haben wiederholte Untersuchungen gezeigt, daß
an den Früchten von Natur aus zumeist viel mehr Gärungsschädliche
als gute Gärungserreger vorhanden sind. Alle diese Kleinlebewesen
gelangen beim Pressen der Früchte mit in den Fruchtsaft und
beginnen sich dort in einem erbittertem gegenseitigen Konkurenzkampf
schnell zu entwickeln. |
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In früheren Zeiten hat man die Getränke durch die auf
natürliche weise eintretende spantane, d.h. wilde Gärung
hergestellt. Dabei blieb es dem Zufall überlassen, welche
gerade im Most vorherschende Haferasse die Gärung und den
Alkoholgehalt der Getränke beeinflußte. Man mußte
aber auch gewärtig sein, daß die Getränke bei
Mangel an gärkräftigen Hegfen verdarben, denn bei schwacher
oder vielleicht sogar ausbleibender Gärung haben natürlich
Krankheitserreger und Gärungsschädliche des Weines gute
Gelegenheit sich im Most zu entwickeln. Die Folge davon war, daß
die wild vergorenen Getränke nicht gut schmeckten, vielfach
unbekömmlich waren, Kopfschmerz hervorriefen oder sogar völlig
ungenießbar wurden und verdarben. Man begann deshalb nach
Mitteln und Wegen zu suchen, um diese mit hohem Risiko verbundene
Zufallsgärung zu vermeiden.
Der Weg fand sich, als die Wissenschaft die Wirkung der Edel-Weinhefen
erkannt hatte, doch stand einer Nutzanwendung für die Hausweinbereitung
damals der
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verhältnismäßig
hoher Preis und die geringe Haltbarkeit der Weinhefekulturen hindern
im Wege. Ein Wandel erfolte erst, nachdem die Proferm-Trocken-Weinhefen
in den Handel kamen, die sich durch vorzügliche Gärkraft,
längere Haltbarkeit, einfache Handhabung und niedrige Preise
auszeichnen.Da si jenach ihrer Rasse bestimmte Zuckermengen in Alkohol
und Kohlensäure umwandeln, kann man durch entsprechenden Zuckerzusatz
den Alkoholgehalt des Getränks ungefähr bestimmen und
je nach dem zur Vergärung benutzten Weinhefestamm ei dieser
Rasse typischesWeinhefebukett entwickeln. Man hat aber auch die
Sicherheit, daß durch Proferm-Weinhefen eine flotte, reineweinige
Gärungerzielt wird. Infolge ihreraußerordentlichen Gärkraft
vermögen sie in kurzer Zeit große Alkoholmengen zu bilden,
wodurch die von Natur aus im Most befindlichen wilden Hefen und
Gärungsschädlinge in der Entwicklung gehemmt, |
überwuchert
und schließlich unterdrückt, also von der Gärungausgeschaltet
werden.Proferm-Weinhefen sind keine maschinell hergestellten
Kunstprodukte, sondern reine Naturprodukte, deren Züchtung
und Weiterverarbeitungin unseren modern eingerichteten Laboratorien
nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgenommen wird.
Die neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete der Gärungschemie
sind in ihren verwirklicht. Durch ständige wissenschaftliche
Kontrolle ist Sorge dafür getragen, daß nur einwandfreie
Ware in den Handel gelangt. Proferm-Weinhefen werden unter Verwendung
edelster Reinzuchthefen berümtesteter Weingegenden Europas
hergestellt. Neben besonderer Haltbarkeit besitzen sie eine außerordentliche
Gärkraft, wodurch sie befähigt sind, die von Natur aus
in jedem Fruchtmost befindlichen aber Millionen wilden Hefen und
Gärungsschädliche zu unterdrücken. Dadurch werden
die Weine haltbarer, reiner im Geschmack und vor allen Dingen bekömmlicher. |
| In
Laienkreisen ist man vielfach aus Bequemlichkeitsgründen der
Ansicht, es genüge, die Weinhefekultur dem frisch gepreßten
Fruchtsaft direkt hinzuzufügen. Das iet falsch, denn nur durch
eine große Hefeaussaat ist eine reine Gärung zu erzielen.
Nach wissenschaftlichen Grundsätzen ist daher wie folgt zu
verfahren: Man schüttet den Inhalt einer Packung Proferm-Trocken-Weinhefe
oder einer Flasche Profer. Flüssige- Reinzuchthefe (Flasche
kräftig durchschütteln) in eine saubere in eine 1/2 Literflasche.
Hierzu fügt man etwa 1/4 Liter Fruchtsaft (durch Pressen oder Auslaugen weniger beliebig zerkleinerter Früchte
gewonnen), dem man einenEßlöffel voll Zucker und, falls
vorrätig, eine |
erbsengroße Menge
Hefenährsalz hinzufügt. Keinesfalls darf mehr Hefenährsalz
und Zucker verwendet werden als angegeben. Es ist richtig, diese
kleine Fruchtsaftmenge vorher abzukochen, doch muß sie bei
Zugabe zur Proferm-Weinhefe auf 25°C abgekühlt sein, damit
die Hefe nicht in der Gärkraft beeinträchtigt wird. Die
Flasche wird alsdann mit einem sauberen Wattebausch verschlossen,
an einem gut warmen Ort, am besten in der Nähe des Ofens bei
einer Gärtemperatur von 25°C aufbewahrt. Sobald der Hefeansatz
in Gärung geraten ist (was in der Regel 24-36 Stunden dauert,
bei kühler Aufbewahrung auch 48 Stunden), ist die Kultur zum
Impfen einer größeren Mostmenge reif. |
Man seiht
nun nach kräftigen Schütteln der Ansatzflasche durch ein
Leinentuch oder durch ein sauberes Sieb und gießt die gärende
Flüssigkeit, welche viele Millarden gärkräftige Hefezellen
enthält, dem Fruchtsaft oder der Maische zu.- Nach eben geschilteter
Anwendungsweise hat man die unbedingte Gewähr, daß die
Edelweinhefe infolge reichlicher Vermehrung und stürmischer
Gärung den Fruchtsaft sofort in eine reine, weinige Gärung
bringt. Die Vornahme der Vermehrung von Weinhefe vor dem Zusatz
zum Fruchtsaft entspricht dem heutigen Stand der Wissenschaft und
wird auch bei gewerblicher Herstellung angewendet. |
| Sämtliche
Proferm-Weinhefen - ob trocken oder flüssig - werden in unseren
modern eingerichteten Laboratorien nach wissensachaftlichen Grundsätzen
aus den edelsten Heferassen der besten Weinberglagen des In- und
Auslandes gezüchtet und gelangen stets in einwandfreien, genau
überprüftem Zustand zum Versand. Da es sich nicht um maschinell
hergestellte Erzeugnisse , sondern um biologische Kleinlebewesen
handelt, sind sie außerhalb der Fabrik, von uns nicht kontrollierbaren
äußeren Einflüssen unterworfen, doch sind die Verkaufsstellen
der Proferm-Weinhefen über ihre sachgemäße Lagerung
unterrichtet, so daßVersager bei der Vermehrung in den seltesten
Fällen auf Überlagerung oder unsachgemäße Lagerung
zurück geführt werden können. |
Fehler bei der Vermehrung enstehen, wie die Praxis zeigt, hauptsächlich
durch:
a) zu niedrige Temperaturen
b) durch Überhitzung
c) durch Zuckermangel
d) durch ungeeignete Fruchtsäfte
(z.B. bei Verwendung geschwefelter
Früchte)
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Man verwende den Saft frischer,
nicht zu saurer Früchte, am besten einen wäßrigen
Auszug aus einigen Äpfeln. Die von Schale und Kernhaus befreien
und zerkleinerten Äpfel werden mit einem Eßlöffel
Zucker un einen Viertelliter Wasser kurz aufgekocht. Der so gewonnene
Saft wird nach dem Abkühlen mit der Proferm-Weinhefe versetzt
und nach Gebrauchsanweisung weiter behandelt. Durch Mängel
des Fruchtsaftes z.B. zuviel Säure oder Fehlen von stickstoffhaltiger
Nahrung und durch wechselnde Temperaturen kann das Einsetzen der
Gärung erheblich verzögert werden. |
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Früchte, die sich zur Hausweinbereitung eignen!
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S t a c h e l b e e r e n
J o h a n n e s b e e r e n
H e i d e l b e e r e n
Preißelbeeren
Süßkirschen
S a u e r k i r s c h e n
E r d b e e r e n
Himbeeren
B r o m b e e r e n
Ebereschen
Ä p f e l
Falläpfel
Birnen
Berberitzen
H a g e b u t t e n (frisch o. getrocknet)
Schlehen
Pfirsiche
Pflaumen
Zwetschen
R h a b a r b e r
Honig
M a l z e x t r a c k t
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Die gesperrt
gedruckten Früchte oder Grundstoffe besitzen die beste Eignung.
In früheren Jahren wurden vielfach Zuckerrüben und Kürbisse
zur Hausweinbereitung verwendet. Es handelt sich in diesem Falle
um ausgesprochene Feldfrüchte, die für den Hausweinbereiter
nur ein Notbehelf waren und nicht immer zufriedenstellende Resultat
ergaben. Da jetzt ein Mangel an für die Hausweinbereitung geeigneter
Früchte nicht besteht, wurden in dieser Ausgabe des Weinbuches
davon Abstand genommen, Rezepte für vorgenannte behelfsmäßige
Ersatzfrüchte anzugeben. |
In früheren Auflagen enthielt das Weinbuch zahlreiche Rezepte
für die Herstellung weinähnlicher Getränke aus
Trockenfrüchten, z.B. Feigen, Dattel, Rosinen, Backpflaumen,
Ringäpfeln usw., die sich ausgezeichnet bewährt haben
und vor allen Dingen dem Hausweinbereiter im Winter in Ermangelung
frischer Früchte dir Möglichkeit gaben, sich vorzügliche
weinähnliche Getränke selbst herzustellen.
Von der Anführung dieses Rezeptes muß Abstand genommen
werden, weil das deutsche Weingesetz außer getrockneten
Hagebutten keine anderen Trockenfrüchte zur Hausweinbereitung
vorsieht.
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1. Früchte waschen
Alle Früchte sind mehr oder weniger mit Staub und
Schmutz behaftet, eventuell weisen sie auch von der Schädlingbekämpfung
her geringe Reste chemischer Substanzen auf. Das setzt voraus,
daß die Früchte vor der Fruchtsaftgewinnung gründlich
zu waschen sind. Man benutze nur einwandfreies Leitungswasser
oder Brunnenwasser. Harte Früchte, wie Äpfel und Birnen,
werden in Holzbütten mit Wasser übergossen und gründlich
durchwassen. Festere Beerenfrüchte überbraust man unter
der Wasserleitung. Weiche Beerenfrüchte, z.B. Erdbeeren,
Himbeeren u.a. werden in geflochtene Körbe getan und in einer
mit Wasser gefüllten Holzbütte durchgeschwenkt. Je nach
dem Verunreinigungsgrad der Früchte ist das Wasser wiederholt
durch frisches zu ersetzen.
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2. Früchte - Vorbehandlung
Man sollte nur frisch geerntete Früchte verwenden,
je einwandfreier sie sind, desto einwandfreier im Geschmack ist
auch das Endprodukt. Schlechte bzw. faule Früchte sind auszulesen.
Aus Äpfeln und Birnen sollen Druck- und Faulstellen mit einem
Obstmesser herausgeschnitten werden; Blatt-, Stiel und Blütenreste
an Beerenfrüchten sind nach Möglichkeit zu entfernen,
bei Holunderbeeren unbedingt. Beim Einmaischen der Früchte
sind unbedingt grüne Teile der Früchte (Stiele, Blattreste)
zu entfernen, da der Wein sonst einen grasigen bzw. bitteren Geschmack
erhält und dadurch an Wert verliert.
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3. Das Zerkleinern der Früchte
Um eine gute Saftausbeute zu erzielen, muß man
die Früchte vor der Fruchtsaftgewinnung zerkleinern, d. h. Beeren
und weiche Früchte nur grob, damit die Maische nicht zu breiig
wird. Harte, feste Früchte drehht man durch einen verzinnten
Fleischwolf oder durch eine Fruchtpresse. Steinfrüchte werden
entkernt, besonders dann, wenn die Entsaftung mit der Fruchtpresse
vorgenommen wird. Kleine Mengen Äpfel und Birnen können
mit rostfreien Messer geschält und in kleine Stücke
geschnitten werden. Keltert man größere Mengen dieser
Früchte, dann muß man sich geeigneter Spindelpressen
bedienen.
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4. Pressen der Früchte
Die direkte Entsaftung der Früchte mittel
geeigneter Fruchtpressen ist die beste Art der Fruchtsaftgewinnung.
Dem von der Presse ablaufenden Saft wird die vermehrte Profern-Weinhefe
sofort hinzugefügt. Weiche Beeren-früchte, z.B. Erdbeeren,
Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, müssen grob zerkleinert
in Preßtücher eingehüllt werden. Gelangen beim
Pressen breiige Fruchtsaftbestandteile mit in den Saft, ist es
zweckmäßig, diesen nochmals durch ein Tuch ablaufen
zu lassen. Um eine gute Saftausbeute zu erzielen, zieht man die
Presse zuerst langsam an und erst dann mit stärkerem Druck,
wenn ein größerer Teil des Saftes abgelaufen ist. Die
im Fruchtkorb verbliebenen Fruchtrückstände werden herraus
genommen, aufgelockert, mit noch etwas Wasser übergossen
und erneut abgepreßt. Dann sollte man für eine baldige
Entfernung der Fruchtrückstände sorgen. Freiliegende
metallteile der Pressen, die mit dem Fruchtsaft in Berührung
kommen, müssen mit neutralem säurebeständigem Lack
bestrichen werden. Vor und nach der Fruchtsaftgewinnung sind die
Pressen und Preßtücher gründlich zu reinigen.
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5. Einmaischen der Früchte
Wenn eine geeignete Fruchtpresse nicht zur Verfügung
steht, oder die zur Verwendung gelangten Früchte, z.B. Hagebutten,
Schlehen, Süßkirschen, Pflaumen u. a. eine direkte
Entsaftung durch die Fruchtpresse nicht ermöglichen, muß
man die Früchte einmaischen. Sie werden, wie vorher beschrieben,
zerkleinert und in einwandfreien Emaillegefäßen oder
Holzbottichen mit zwei Dritteln der vorgeschriebenen Wassermenge,
bei leichtem Weinling mit der gesamten Zuckermenge, bei schwerem
Weinling mit einem Drittel der gesamten Zuckermenge, mit der Proferm-Weinhefe
und den Zutaten angesetzt. Wo in besonderen Fällen ein Überbrührn
der Früchte erforderlich ist, wird dies in den Rezepten dieses
Büchleins besonders vermerkt; doch darf die Proferm-Weinhefe
dann nur nach Abkühlendes Ansatzes auf etwa 20°C hinzugefügt
werden. Die Ansatzgefäße bleiben verdeckt etwa 24 Stunden
stehen. Man stelle sie nicht allzu warm und schwefle die Maische
lieber bei besonders heißem Wetter leicht und zwar mit einer
Onewe-Tablette auf insgesamt 10 Liter Ansatz, ein. Nach 24 Stunden
wird abgeseiht, falls nicht das Auspressen der Maische zur Vorschrift
gemacht wird. Ein längeres Stehenlassen ist keinesfalls zu
empfehlen, da mit Einsetzen der Gärung bei offenen Gefäßen
mit der Entwicklung von Essigbakterien, Kahmhefen und andere Gärungsschädlingen
gerechnet werden muß.
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6. Das Abseihen
Das Abseihen der Früchte ergibt in den meisten
Fällen einen einwandfreien, klaren Fruchtsaft, während
beim Pressen immer damit zu rechnen ist, daß feine bzw.
breiige Bestandteiel der Früchte mit in den Saft gelangen.
Das Abseihen erfolgt, in dem man ein Tuch an seinen 4 Zipfeln
an den Stuhlbeinen eines umgekehrten Stuhlesbefestigt und den
Fruchtsaft durch das Tuch in eine daruter gestellte Schüssel
ablaufen läßt.Man kann den Fruchtbrei auch in einem
Preßsack geben, der an einer Stange zwischen 2 Stühlen
aufgehängt wird. Der abgelaufende Saft wird sofort in ein
Gärgefäß gefüllt, welches zunächst provisorisch
mit einem Wattebausch, Trichter oder Gärschaumfänger
zu verschließen ist.
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7. Das Abpressen von Hand
Hierzu brdient man sich eines Preßbeutels,
in welchen man nur kleine Mengen des zerkleinerten Fruchtgutes
oder der Maische gibt und durch Pressen mit der Hand entsaftet.
Man soll keine größeren Mengen in den Preßbeutel
geben, da hierdurch das Auspressen außerordentlich erschwert
wird. Die Preßrückstände können mit wenig
Wasser vermischt, nochmal ausgepreßt werden. Es ist ferner
zu empfehlen, den gepreßten Saftdurch ein Tuch gießen,
damit noch darin befindliche grobe Fruchtbestandteile entfernt
werden.
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8. Ansatzgefäße
Die für die Fruchtsaftgewinnung erforderlichen
Gefäße, welche nur zu vorübergehenden Aufbewahrung
des Fruchtsaftes dienen, heißen Ansatzgefäße.
Hierfür eignen sich am besten Emaillewannen oder Emailleeimer,
in welchen allerdings die Emaille nicht abgesprungen sein darf,
außerdem auch Holzbottiche. Nicht benutzt dürfen Gefäße
aus metall (Kupfer, Zink, Eisen). Alle Gefäße, insbesondere
Holzbottiche, sind vor der Benutzung gründlich zu reinigen.
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9.
Gärgefäße
Die Gefäße, welche zur Aufbewahrung des Fruchtsaftes
während der Gärung dienen, werden mit dem Namen Gärgefäße
bezeichnet. In erster Linie verenden die Hausweinbereiter Glasgärballons,
ob aus eißem oder grünem Glas, bleibt sich völlig
gleich. Sie lassen sich wegen ihrer Handlichkeit wegen bequem transportieren,
gut reinigen und geben dem Kelterer Gelegenheit, den Verlauf der
Gärung dauern zu beobachten. Unbedingt notwendig ist es, nur
passende Gärgefäße zu verwenden. Es dürfen
also nicht 5 Liter Weinling in einem 10 Liter Ballon oder z.B. 30
Liter Weinling in einem 50 Liter Ballon vergoren werden, sondern
es muß stets ein der Gesamtmenge des Weinlings entsprechendes
Gärgefäß verwendet werden. Kleinere Gärgefässe
haben oft einen abweichenden Rauminhalt und müssen daher stets
nachgemessen werden. Der erfahrene Kelterer benutzt bei der Hausweinbereitung
auch Fässer. Diese müssen von Zeit zu Zeit mit heissem
Wasser gefüllt und ausgeschwefelt werden. Fässer, welche
anderen Zwecken als der Hausweinbereitung dienten, in welchen essigstichige
Weine aufbewahrt wurden oder in welchen sich Schimmel angesetzt
hat, dürfen nicht ohne weiteres verwendet werden, sondern benötigen
der Überholung durch den Böttcher.
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| 10.
Zucker
Zur Hausweinbereitung eignet sich am besten der
weiße Gebrauchszucker, der als fester Hutzucker oder als
klarer Zucker im Handel vorkommt. Fügt man Zucker dem Fruchtsaft
oder einem bereits vergorenen Wein hinzu, muß man durch
gutes Umrühren dafür sorgen, daß er sich vollständig
löst. Besser ist es, insbesondere bei Zucker, der geblaut
ist, ihn vorher in einer kleinen Menge Wasser oder Fruchtsaft
durch Kochen zu lösen und abzuschäumen. Da Zucker in
größeren Mengen gärungshemmend wirkt, soll die
für schwere, südweinähnliche Getränke vorgesehene
Zuckermenge nicht auf einmal, sondern in drei Teilen, jeweils
in Intervallen von einigen Tagen, zum Most gefügt werden.
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11.
Wasser
Frisches Leitungswasser (Trinkwasser aus städtischen
Wasserleitungen) ist bei dem heutigen Stand der Hygiene steril
und braucht daher nivht abgekocht zu werden. Es ergibt sich aber
von selbst, daß schlecht riechendes, schlecht schmeckendes
oder trübes Wasser nicht bei der Hausweinbereitung verwendet
werden darf. In Gegenden, in welchen das Wasser besonders eisen-
oder kalkhaltig ist, muß es vor der Verwendung abgekocht
werden. Abgekochtes Wasser darf nur nach der Abkühlung auf
20°C dem Fruchtsaft oder der Maische hinzugefügt werden,
damit die Weinhefe nicht abgetötet werden.
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12. Fruchtsäfte - metalle
Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß
die Fruchtsäfte nicht mit Matall in Berührung kommen
dürfen, da die Säuren der Früchte das metall lösen.
Hierdurch entstehen langwierige Trübungen oder auch, besonders
durch Zink und Kupfer, giftige, gesundheitsschädigende Verbindungen,
durch welche die Getränke ungenießbar werden. Eisen
gibt in Verbindung mit der Gerbsäure der Früchte und
bei Zutritt der Luft eine tintenfarbige Färbung, die mit
den primitiven Mitteln der Hausweinbereitung nur schwer entfernbar
ist. Man vermeide also grundsätzlich die Berührung mit
Kupfer, Zink und Eisen. Ungefährlich dagegen sind Zinn, Nickel,
Ton, Holz, Porzellan, Steingutgefäße, ferner auch Emaillegefäße,
falls die Emaille nicht an denjenigen Stellen abgeplatzt ist,
die mit dem Fruchtsaft in Berührung kommen. Ebenso ist die
vorübergehende, kurze Aufbewahrung von Fruchtsäften
in Aluminiumtöpfen ohne Nachteil, man soll aber die Fruchtsäfte
nicht darin kochen.
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13. Warum Wasser- und Zuckerzusatz
Wasser wird den Früchten hinzu gefügt,
um die in den Früchten meist segr stark enthaltene Säure
zu verdünnen. Zucker wird dagegen hinzu gegeben, um den Getränken,
je nach dem Charakter der verwendeten Weinhefe, einen entsprechenden
Alkoholgehalt zu verleihen. Man kann selbstverständlich auch
reine Fruchtsäfte ohne Wasser- und Zuckerzusatz vergären,
muß aber dann damit rechnen, daß sie sehr säurereich
und schließlich sehr alkoholarm ausfallen. Es ist auch übrigens
bei der Herstellung von Traubenwein gestattet, die Moste mit Zucker
oder mit einer Zuckerlösung bis zu einer gewissen Grenze
zu ergänzen, falls in schlechten Jahren die Trauben wenig
süß und sehr säurehaltig ausfallen, allerdings
unter Beachtung besonders behördlicher Vorschriften.
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14. Säurezusatz
Die Säuren des Weines sind ein natürlicher
Schutz gegen Weinerkrankungen. Da während der Gärung
ein Teil der Säuren abgebaut wird, sollen die Moste am Anfang
der Gärung 8-10 g Säure im Liter haben. In unseren Rezepten
schreiben wir Zitronensäure vor. Man kann jedoch auch Weinsäuren
oder 80%-ige Milchsäure verwenden. Letztere ist in der DDR
frei verkäuflich und muß mit etwa 20%-30% mehr als
angegeben verwendet werden. 1 g Zitronensäure entspricht
ca. 1,3 g und 1 g Weinsäure ca. 1,47 g Milchsäure
90%.
Ebenso läßt sich auf 5 l auch der Saft
von 1-2 Zitronen verwenden.
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Abb. 1
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1. Stürmisch Gärung
Innerhalb 24-26 Stunden, nachdem der Fruchtsaft oder
Fruchtmaische mit der Proferm-Weinhefe verstzt worden ist, beginnt
bei geeigneter Gärtemperatur (20°C-25°C) die stürmische
Gärung. Sie äußert sich durch rauschendes Aufsteigen
zahlloser Kohlensäurebläschen und meistenteils meistenteils
durch eine stake Schaumbildung. Ist das Gärgefäß
am Anfang zu voll gefüllt, so quillt der Schaum heraus. Abgesehen
von der Beschmutzung des Gärgefäßes und seiner Umgebung
und von der Gefahr, den Saft durch Essigbakterien und andere Gärungsschädlinge
zu infizieren, gehen durch den austretenden Schaum wertvolle Bestandteile,
also Fruchtsaft, Zucker und Aromastoffe, verloren. Richtig ist deshalb,
das Austreten des Schaumes zu verhindern, was sich bei nicht ganz
gefülltem Gefäß durch Aufsetzen eines Trichters
(Abb. 1), eines Gärschaumfängers (Abb. 2), oder eines
Wattebausches leicht ermöglichen läßt. Die stürmische
Gärung hällt gewöhnlich 6-10 Tage an. |
Sie kann aber ebensogut kürzere als auch längere Zeit
dauern. Tritt wider Erwarten, z.B. bei gekochten oder pektinarmen
Früchten, oder bei zu niedriger Temperatur, eine Schaumbildung
nicht ein, dann genügt das Aufsteigen von Kohlensäurebläschen
als Beweis der Gärung. Man verfährt dann wie unter "Ruhige
Gärung" beschrieben.
2. Ruhige Gärung
Sobald die Schaumbildung zurückgeht, beginnt
die ruhige Gärung. Es ist alsdann nötig, den Weinling
mi reinem Wasser auf die vorgesehene Literzahl zu ergänzen,
d.h. das Gärgefäß wird zum unteren Ranf des Flaschenhalses
randvoll gefüllt. Außerdem ist es notwendig, das Gärgefäß
mit einem Gärverschluß zu versehen, wofür sich die
heute in allen Drogerien erhältlichen Glasgärverschlüsse
(Abb. 5) sehr gut eignen. Augezeichnet bewährt sich ein Gärverschluß,
der ohne Korkstopfen, nur mit Goteamasse abgedichtet, anzuwenden
ist, auf jeden Flaschenhals paßt und einen einwandfreien Luftabschluß
garantiert. |
| 1 Gärender Most
2 Gärschaum
3 Kork
4 Trichter
5 Untertasse |
Abb. 2
1 Gärender Most
2 Gärschaum
3 Gotea-Abdichtungsmasse
4 Gärschaumfänger
5 Wattebausch |
Verschiedene Gärungsschädlinge
und Krankheitserreger des Weines, z.B. Schimmelpilze, Essibakterien,
Kahmhefen usw. benötigen für ihre Entwicklung den Sauerstoff
der Luft. Würde die Luft zum gärenden Weinling treten
können, so bestände die Gefahr, daß die von Natur
aus in jedem Wein befindlichen vorerwähnten Gärungsschädlinge
sich weiter entwickeln und das Getränk verderben. Es kommt
also darauf an, die Luft vom Gärgut fern zu halten, was mit
einem Gärverschluß sehr leicht möglich ist, weil
er sich zwar durch die im Gärrohrbefindliche Wassersperre das
unbedingt erforderliche Entweichen der Kohlensäure gestattet,
gleichzeitig aber den |
aber
den Zutritt verhindert. Selbverständlich kommt es darauf an,
den Gärverschluß auf dem Gärgefäß so
zu befestigen, daß die Luft nicht etwa durch den das Gärrohr
haltenen Korken in das Gärgefäß eindringt. Oft schließen
die Korkspunde nicht richtig, vielfach sind die Poren zu groß,
um einen guten Verschluß zu gewährleisten. Man dichtet
deshalb die Korkspunde mit Goteamasse ab. Nach Beendigung der Gärung
kann die Goteamasse abgehoben und für späteren Bedarf
aufgehoben werden. Der unten stehend abgebildete Glas-Gärverschluß
(Abb. 7) ist ein besonders praktischer Verschluß, der ohne
Korken, lediglich mit Goteamasse abgedichtet, auf Flaschen- oder
Ballonöffnungen beliebiger Weiten befestigt werden kann. |
| Bei
einer guten Durchschnittstemperatur von 20°-25°C rechnet
man bis zur beendigung der Gärung bei leichten Getränken
mit 4-8 Wochen, bei schweren Getränken mit 8-12 Wochen. Im
Winter, wenn die Gärgefäße bei ungleichen Gärtemperaturen
stehen, werden diese Zeiten überschritten. Die angegeben Zeiten
können nur als Durchschnitt betrachtet werden, da die Dauer
der Gärung nicht nur von der Temperatur, sondern auch von anderen
Umständen abhängig ist. |
Die beste Gärtemperatur,
bei welcher die Gärung flott verläuft, liegt zwischen
20° und 25°C. Bei höreren Temperaturen kann die Gärung
stocken, ebenso bei niedrigeren Temperaturen. Es liegt auf der Hand,
daß die Gärung bei Temperaturen unter 20°C langsamer
verläuft als bei den erwähnten Normaltemperaturen. Eine
gute Gärtemperatur ist das A und O für einen flotten Verlauf
der Gärung. Mißerfolge, insbesondere Gärungsstockungungen
müssen zum Teil auf ungeeignete Temperaturen zurück geführt
werden. Wenn man sich über die Temperatur nicht im Klaren ist,
richte man sich nicht etwa nach der Zimmertemperatur, sondern messe
die Flüssigkeit mit dem Thermometer nach. |
Hauptsächlich
im Winter kommt es vor, daß die Ansätze infolge ungeeigneter
Temperatur nicht in Gärung kommen wollen. Es ist aber auch
möglich, das dei Fruchtsäfte oder die Gärgefäße
zu stark geschwefelt worden sind, so das die Weinhefen in der Entwicklung
gehemmt werden. Man darf deshalb das Ausbleiben der Gärung
nicht ohne Weiteres auf die zur Verwendung gelangte Weinhefe zurückführen,
sondern muß den Fruchtsaft erst auf die geeignete Temperatur
bringen. Zu diesem Zweck wird ein Teil des Fruchtsaftes bis auf
60°C erwärmt und der Gärungsmenge vorsichtig wieder
hinzu gegeben. Ist das Ausbleiben der Gärung auf Schwefel zurück
zu führen, oder tritt trotz Wärmerstellen die Gärung
nicht ein, muß man, wie im nächsten Absatz beschrieben,
einen neuen Weinhefeansatz bereiten. |
| Bei
niederen oder zu hohen Wärmegraden hört die Gärung manchmal plötzlich
auf und ist dann nicht immer neu einzuleiten durch Zurückbringen des
Ansatzes auf die normale Temperatur. In diesem Falle ist es erforderlich,
dem Ansatz eine neue Hefe hinzuzufügen. Da bereits Alkohol vorhanden
ist, das Getränk aber auch eine gewisse Menge Zucker enthält, darf
man die Hefe nicht direkt zufügen, sondern muss sie wie folgt vorbereiten:
|
Die
zur Verwendung bestimmte Proferm-Weinhefe wird zunächst in
¼ Liter frischem, leicht gesüßtem und abgekochtem
Fruchtsaft angesetzt.
Wenn kräftige Gärung dieser Ansatzflüssigkeit eingetreten
ist, fügt
man von dem in der Gärung stecken gebliebenem Fruchtsaft ¼
Liter
hinzu, und sobald wieder kräftige Gärung eingetreten ist,
nochmals ¼ Liter, je nach Menge muss man diesen Vorgang
noch einige Male
wiederholen, bis man 1-2 Liter gärenden Hefeansatz erhalten hat.
Die Hefe ist alsdann an dem Gesamtansatz hinzugefügt, der bei
guter
Gärtemperatur wieder in flotte Gärung geraten muss. Auf
10 Liter
Ansatz rechnet man 1 Liter nach obiger Vorschrift vermehrte Hefe,
bei 100 Liter müsste man also zweckmäßig 10 Liter
Hefeansatz herstellen;
natürlich nicht in den kleinen Dosierungen von ¼ Liter,
sondern
unter Verwendung einer größeren Hefekultur mit Dosierungen
von 1,2
oder auch 3 Litern. |
In gleicher Weise verfahre man, wenn
Fruchtsäfte durch eine zu starke Schwefelung oder auch durch zu
niedrige Temperatur (siehe oben) nicht in Gärung geraten sind.Wendet
man dieses Verfahren bei einem in der Gärung bereits weit fortgeschrittenen,
aber stecken gebliebenen Weinling an und hat man noch dazu vom Bodensatz
abgezogen, so verliere man nicht die Geduld, wenn sich die neue
Gärung nicht wie bei einem jungen Most in Kürze bemerkbar macht.
Abgesehen davon, dass die Kohlensäurebildung in einem solchen Falle
nur langsam vor sich geht, muss die Flüssigkeit erst wieder hinreichend
mit Kohlensäure gesättigt sein, bis diese sich von selbst löst und
durch den Gärverschluss entweicht. Also nicht ungeduldig werden. |
|
|
Abziehen, Lagerung und Klärung der Weine
|
| Etwa 6 Wochen
nach Beginn der Gärung soll das erste Mal vom Bodensatz abgezogen
werden, der sich in den Gärgefäßen durch zu Boden
sinkende Hefezellen und feine Fruchtbestandteile bildet. Bei zu
langem Stehen des Weinlings auf dem Bodensatz könnte das Getränk
einen fauligen, bitteren Geschmack annehmen, der nur schwer entfernbar
ist. Nach gründlicher Reinigung des Gärgefäßes
füllt man den Wein wieder in das selbe zurück und ergänzt
den beim Abziehen entstehenden Schwund durch reines Wasser.Das Nachfüllen
mit Wasser ist keine glückliche Lösung, denn es bringt
|
eine
nicht erwünschte Verdünnung des Getränkes mit sich.
Erfahrene Hausweinbereiter setzen deshalb stets eine kleinere Menge
Nachfüllwein an oder ergänzen den Schwund mit einem bereits
vorhandenen fertigen Hauswein möglichts gleicher Beschaffenheit.
War der Wein noch nicht rewstlos ausgegoren, muß man durch
Warmstellen dafür sorgen, das die Gärung sich fortsetzt.
Benutzt man Zuckerwasser zum Auffüllen, so tritt eine neue
und somit eine stärkere Trübung des Weinlings ein.Das
Abstechen vom Bodensatz soll noch einige Male in Zwischenräumen
von einigen Wochen wiederholt werden. |
Leichte Getränke ziehe
man vorsichtig ab, damit nicht all zu viel Kohlensäure verloren
geht. Schwere kann man dagegen in hohem Strahl abziehen, was wesentlich
zur schnelleren Klärung und zum Ausbau beiträgt. Man achte
unbedingt darauf, den beim Abziehen entstandenen Verlust wieder
zu ergänzen, denn besonders leichte Weinlinge sind der Gefahr
des Essigstiches ausgesetzt oder der Kahmbildung ausgesetzt, wenn
sie während und nach der Gärung nicht in randvoll gefüllten
Gefäßen unter einwandfreiem Verschluß aufbewahrt
werden. |
| Um fest zu stellen, ob
das vergorene Getränk zum Abfüllen auf Flaschen geeignet
ist, fülle man eine Literflasche 3/4 voll und lasse diese einige
Stunden stehen. Hiernach verkorke man die |
Flasche gut und bewahre
sie wenigstens drei Tage lang bei einer Temperatur von 20°-25°C
auf. Bemerkt man nach einiger Zeit keine Trübung und ist der
Korken nicht aus der Flasche herausgetreten, oder zeigt sich keine
neue |
Kohlensäurebildung,
so kann auf Flaschen gefüllt werden. Im anderen Falle müßte
das Getränk bei guter Temperatur unter einwandfreiem Gärverschluß
restlos ausgegoren werden. |
| Das Abziehen auf Flaschen
ist denkbar einfach. Sebstverständlich müssen die Flaschen
gründlich gereinigt werden, damit der Weinling nicht etwa auf
der Flasche umschlägt. Man stellt das Gärgefäß
hoch, saugt mittels eines gummischlauches an und läßt
und läß in die Flaschen ablaufen. Hierbei kommt es darauf
an, das Gärgefäß möglichts wenig zu bewegen,
damit die am Boden der Flasche sitzenden Trübstoffe nicht aufgewirbelt
und dadurch mit |
abgezogen werden. Nach
dem Füllen empfielt es sich, die flaschen einige Stunden unverkorkt
stehen zu lassen, damit die gelöste Kohlensäure entweichen
kann. Nachdem wird mit einwandfreien Korke verschlossen, welche
zuvor in einer kleinen Menge des Weinlings kalt eingeweicht worden
sind. Das früher übliche Überbrühen der Korken
ist bei Verwendung einwandfreier korke nicht zu empfehlen, |
da die Korke hierdurch
spröde werden. Das Eintreiben der Korken läßt sich
leicht mit einer der heute für weniges Geld in allen Verkaufsstellen
der Proferm-Weinhefen erhältlichen Handkorkmaschinen durchführen.
Bei Verschluß mit Gummikappen sind die Flaschen gut gefüllt
stehend aufzubewahren. Der Weinling darf mit dem Gummi nicht in
berührung kommen, weil das Getränk sonst einen Gummigeschmack
erhält. |
| Das
gerade zu Ende vergorene Getränk kann natürlich im Geschmack
noch nicht abgerundet sein. Richtig ist es , ihm ein gewisses
Lager zu gönnen, d.h.
die Flaschen sollen gefüllt und verkorkt liegend aufbewahrt
werden, leichtere |
Getränke wenigstens
ein Jahr, schwere länger. Es ist selbstverständlich, daß
man die Getränke auch schon vor dieserZeit genießen kann,
doch liegt es auf der Hand, daß sie nicht den vollendeten
Geschmack haben, wie ein |
gut
gelagertes Getränk.
Füllt man einmal noch etwas trübe ab, dann empfielt es
sich, die Flaschen während der lagerung stehend aufzubewahren
und für einen baldigen Verbrauch, evtl. als Bowlenwein zu
sorgen. |
| In manchen
Gegenden ist es Sitte, den Wein direkt vom Faßfür den
täglichen Gebrauch anzuzapfen. Bei schweren Getränken
von südweinähnlichem Charakter kann man dies bedenkenlos
|
tun, leichte sollen dagegen
nur in kleinsten Gebinden in Anbruch gehalten werden. Da die Getränke
durch Kahmhefen oder Essigbakterien in nicht voll gefüllten
Gefäßen in ihrer |
Haltbarkeit bedroht werden,
ist es zweckmäßig, die Gärgefäße während
des Anbruches mit einem Keimfilter zu versehen. Geeignete bilige
Keimfilter werden in Drogerien gehandelt. |
| Füllt
man einen leichten Weinling noch unvergören auf Flaschen, muß
man damit rechnen, daß - insberondere bei Einsetzen wärmerer
Witterung - eine Nachgärung einsetzt, wodurch eine neue Trübung
eintritt, die Korken aus den Flaschen herausgetrieben werden und
unliebsame Verluste entstehen. Es |
empfiehlt sich deshalb,
leichte Weinlinge stets auszugären und sie vorsichtshalber
vor dem Abfüllen auf Flaschen auf je 10 Liter mit einer Onewa-Tablette
leicht einzuschwefeln.Stellt man trotzdem einmal eine Nachgärung
fest, dann ist es ratsam, die Flaschen wieder in ein passendes Gärgefäß
umzufüllen |
und bei guter Durchschnittstemperatur
von 20°-25°C restlos ausgären zu lassen. Oft genügt
es aber auch, die Flaschen zu öffnen, kräftig zu schütteln,
einige Stunden offen stehen lassen, damit die Kohlensäure entweicht
und dann sofort wieder zu schließen und zu lagern. |
Die meisten Weinlinge klären sich
bei ordnungsgemäßer Gärführung von selbst.
Man muß den Getränken nach beendigter Gärung
nur Zeit zur Klärung lassen, den Abstich vom Bodensatz
noch einige Male wiederholen und das Gärgefäß
im Keller bei gleichmäßiger Temperatur abstellen,damit
sich die Trübstoffe absetzen können. Anhaltene Trübungen
können auf verschiedene Umstände zurück geführt
werden:
1. Der Wein ist noch nicht restlos vergoren
oder durch Nachgärung, d.h. sprossende Hefezellen, wieder
getrübt worden.
2. Die Trübung wurde durch zersetzte
Hefezellen hervorgerufen, d.h. durch zu langes Stehenlassen auf
den Bodensatz oder durch Einwirkung zu
hoher Temperaturen auf dem Bodensatz.
3. Die Trübung ist auf Weinerkrankungen
oder Weinfehler zurück zu führen.
4. Der Wein ist zu stark mit Gerbsäure
angereichert.
Man muß daher von Fall zu Fallprüfen,
welche Methode zur Klärung am besten anwendbar ist und Klärmittel
unbedingt erst an kleinen Mengen im Vorversuch
aus zu probieren.
zu 1. wurde bereits unter "Nachtrübung
und Nachgärung" Näheres gesagt. Tritt nur ein bei
noch süßen Getränken mit weniger
als 12,5 bis 14 Maßprozent Alkohol. Vorbeugen durch Pasteurisieren.
zu 2. Filtrieren, Hefegeschmack
evtl. mit Kohle beseitigen, mit einer Onewa-Tablette auf 10 Liter
leicht einschwefeln oder nach
der Filtration mit frischem Most umgären.
zu 3. Erst die Ursache der Weinerkrankung
beseitigen, dann filtrieren, mit Kohle behandeln und mit Klärpulver
schönen.
zu 4. Schönung mit Klärpulver:
Die Gerbsäure macht sich durch rauen Geschmack auf der Zunge
bemerkbar. Genau an Vorschrift
halten und Vorversuche durchführen.
Filtration:
Der Hausweinbereiter verwendet Filterpapier, Faltenfilter oder
besser, Experementierfilter mit Asbest, wie sie für Laboratoriumszwecke
hergestellt werden. Leichte luftempfindliche Weine soll man nach
Möglichkeit nicht filtrieren oder anschließend mit
Onewa leicht einschwefeln.
Kohle:
Gekörnte poröse Holzkohle dient zur Beseitigung von Geruchs-
und Geschmacksfehlern, greift aber auch die Farbe des Weines an.
20 bis höchstens 200 Gramm, auf 100 Liter gerechnet, gut
im Wein verrühren, einige Tage unter Umrühren einwirken
lassen und dann filtrieren. Von der feinen sogenannten Entfärbungskohle
dürfen nur 5 bis 20 Gramm auf 100 Liter benutzt werden. Die
jeweils notwendige Menge ist an Vorversuchen fest zu stellen.
Eiweiß:
1 bis 2 Einweiß, auf 25 Liter gerechnet, werden zu Schaum
geschlagen und gut unter den Wein verrührt. Nach dem Abstzen
wird filtriert.
|
| Alle leichten
Obst- und Beerenweine vom Mosel- oder Rheinweincharakter schmecken
mehr oder weniger herb, je nach der Säure, die vorhanden ist.
Man kann in diesem Falle die Fruchtsäure durch Zugabe von etwa3-6
Gramm gereinigter Schlämmkreide auf 5 Liter gerechnet, abstumpfen. |
Die Zugabe soll messerspitzenweise
vorsichtig erfolgen, damit durch Überschäumen keine Verluste
entstehen. Es ist nicht angängig, durchZuckerwasser nachzusüßen,
da stets mit dem Einsetzen einer Nachgärung gerechnet werden
muß,sofern die Getränke unter 14% |
Alkohol besitzen und nicht
pasteurisiert werden. will man einen leichten Weinling süß
trinken, muß man ihn nach dem Einfüllen in das Glas nach
Geschmack mit Zucker nachsüßen oder Süßstoff
in vorsichtiger Dosierung anwenden. |
| Gärende
Weinhefemoste, also mit Proferm-Weinhefe geimpfte Fruchtsäfte,
sind im Stadium der beginnenden Gärung, in dem sie noch so
gut wie keinen Alkohol enthalten, ein gesundheitlich äußerst
zuträgliches Getränk. Ihr Wert besteht nicht allein in
der erfrischenden Wirkung der Fruchtsäfte, ihren Säuren
und anderenwertvollen Bestandteile, sondern auch in der Hefe, die
bekanntlich als |
vitaminreiches Heilmittel
eine große Rolle spielt und in frisch gärenden Mosten
in großer Menge vorkommt. Man genießt am besten morgens
nach dem Aufstehen, mittags und abends vor dem Schlafengehen ein
Glas voll, nachdem man das Getränk vorher gut durchgeschüttelt
hat. Länger als acht Tage sollen solche Moste nicht aufbewahrt
werden. Man kann Mostkuren unter Verwendung beliebiger frischer
Früchte oder |
Fruchtsäfte herstellen.
Hierzu benötigt man 3-4 kg Früchte oder 3 Litert Fruchtsaft,
400-500 Gramm Zucker und eine gärkräftige Proferm-Südweinhefe.
Mit Wasser wird auf 5 Liter ergänzt und alsbald nach Einsetzen
der Gärung mit dem Genuß begonnen. Während der kurzen
Ansatzzeit soll das Ansatzgefäß mit einem Wattebausch
verschlossen werden. |
Weinhefekrankheiten und Weinfehler
|
| Kahmhefen
können sich nur in Verbindung mit Sauerstoff der Luft entwickeln.
Sie bilden eine weißlich-graue Haut auf der Oberfläche
des Weines, die sich mit der Zeit zu Boden setzt. |
Kahm verdirbt den Geschmack
des Weines und hat meist auch den Essigstich zur Folge. Deshalb
müssen kahmige Weine alsbald vorsichtig von der Kahmhaut und
vom Bodensatz |
abgezogen und auf 10 Liter
mit 2 Onewa-Tabletten versetzt werden. Man bewahrt solche Getränke
in randvoll gefüllten, gut verschlossenen Gefäßen
oder in voll gefüllten Flaschen einige Monate auf, ehe man
sie genießt. |
| Essigbakterien
entwickeln sich, genau wie Kahmhefen, nur in Verbindung nur mit
dem Sauerstoff der Luft, sowohl im Anfang der Gärung als auch
während und nach Beendigung der Gärung, wenn die Gefäße
nicht randvoll gefüllt und nicht mit einwandfreiem Gärverschluß
versehen sind. Der Essigstich ist |
erkenntlich an einen essigsäuerlichen Geschmack des Weines.
Bei leichter Infektion kann man die Getränke durch Pasteurisieren
(einige Minuten bei 70°C erwärmen) entkeimen und nach leichter
Einschwefelung mit einer Onewa-Tabletteauf 10 Liter alsbald verbrauchen.
Eine leichte Geschmacksverbesserung |
läßt sich evtl. erzielen durch Zugabe von etwa 3 bis
6 Gramm pulverisierter ge- reinigter Schlämmkreide auf 5 Liter,
doch wird hierdurch nicht die Essigsäure, sondern nur die natürliche
Säure des Getränes entfernt. |
| Ein
muffiger, dumpfer Geruch kann nur dann auftreten, wenn unsaubere
Gefäße, schimmlige Korken usw. verwendet wurden oder
das Getränk in dumpfem Keller aufbewahrt wird. |
Man
sorge deshalb für gründliche Reingung aller zur Verwendung
gelangenden Gefäße unf Geräte. Muffig riechende
Weine werden durch Abziehen |
im
hohem Strahl gelüftet, mit einer Onewa-Tablettenauf 5 Liter
versetzt und in gut verkorkten Flaschen 3 bis 4 Monate, evtl. auch
länger, gelagert. |
| Das
Schleimigwerden eines Weines, welches daran erkenntlich ist, daß
das Getränk dickflüssig wird und beim Ausgießen
Fäden zieht, wird durch Schleimhefen, die sich an den Früchtenbefinden,
hauptsächlich in säurearmen Getränken, hervorgerufen. |
Im Anfangsstadium kann man solche Weine retten, indem man sie in
hohem Strahl abzieht und im offenen Gefäß mit einem Reisigbesen
oder einem Schneeschlägerkräftig durch peitscht. Asldann
muß man mit einer Onewa-Tablette auf 10 Liter leicht einschwefeln |
und durch Zugabe von 5 bis 10 g Zitonensäure auf 5 Liter gerechnet
und einer neuen, in frischem Fruchtsaft gut vermehrten Proferm-Weinhefe
für einen flotten Verlauf der Gärung sorgen. |
| Die
Mäuselkrankheit tritt oft bei Stachelbeerwein auf. Wodurch
die sich entwickelt, ist weniger bekannt, sie ist jedoch eine
Begleiterscheinung des Milchsäurestiches. Erkennung:Ein
an Mäuseharn erinnernder Geruch, aufdringlicher, beißender
Geschmack. Im fortgeschrittenem Stadium sind mäuselnde Weine
sehr schwer zu verbessern, geringe Abhilfe durch |
Verschnitt
mit einem einwandfreiem Getränk, jedoch baldiger Verbrauch
und leichte Schwefelung (1 Onewa-Tablette auf 10 Liter) notwendig.
Vorversuche an einem Gemisch von je einem halben Liter zu empfehlen.
Im Anfangsstadium sind leicht mäuselnde Weine mit 3 Onewa-Tabletten
auf 10 Liter gerechnet stark einzuschwefeln, etwa 4 Monate zulagern
und dann als Bowlenwein zu |
verbrauchen. Eine Geschmacks-verbesserung wird auch durch gekörnte,
poröse Holzkohle (5-20 g auf 10 Liter gerechnet) erzielt. Nach
einigen Tagen Filtration und Schwefelung mit Onewa-Tabletten. Die
zweckmäßige Dosierung durch Vorversuche ausprobieren. |
| Als
Böcksern bezeichnet man einen Schwefelwasserstoffgeruch (wie
nach nach faulen Eiern), der auf das Vorhandensein von organischem
Schwefel zurückgeführt werden muß. Böckserne
Weine werden auf 5 Liter mit einer Onewa-Tablette versetzt und etwa
3 bis 4 Monate gelagert, ehe man sie genießt. |
| Der
Milchsäurestich tritt hauptsächlichin säurearmen
Getränken auf und wird hervor gerufen durch Milchsäure-bakterien,
die den Zucker unter Bildung von Milchsäure und Essigsäure
zerlegen. Er äußert sich durch einen kratzenden, teilweise
essig-säuerlich- |
süßlichen
Geschmack. Der Milchsäurestich läßt sich verhüten,
indem man säurearmen Mosten Zitronensäure hinzu fügt,
im Übrigen aber dafür sorgt, das die Gärung durch
Zusatz einer großen Menge Proferm-Weinhefe unter einwandfreiem
Gärverschluß normal |
verläuft. Zweckmäßig
ist es,säurearme Moste
gleich zu Beginn der Gärung leicht einzuschwefeln, und zwar
mit einer Onewa-Tablette auf 10 Liter, noch richtiger abert,
eine angemessende Menge Wein- oder Zitronensäure zuzufügen. |
| Bitter
schmeckende Weine enthalte zuviel Gerbsäure (Tannin). Ein restlose
Geschmacksverbesserung läßt sich |
erzielen
durch Klärpulver, dessen Dosierung man zunächst an einem
kleinen Teil des Weines ausbrobieren |
muß.
Auch durch längeres Lagern scheidet sich der Gerbstoff von
selbst aus, eine natürliche Besserung, die vorzuziehen ist. |
| Die
Umgärung eines gering alkoholhaltigen Getränken in einen
schweren, süßen Weinling ist möglich, wenn man dem
Getränk die Differenz an Zucker hinzufügt, die für
die nunmehr zur Verwendung gelangende Hefe laut Hefetabelle erforderlich
ist. Angenommen, ein mit Bernkastler Hefe vergorenes Getränk
soll soll mit |
Portweinhefe umgegoren werden, soist bereits auf 5 Liter eine Menge
von 600 Gramm Zucker verwendet worden. Da für Portwein Hefe
1650 Gramm Zucker benötigt werden, sind also in je 5 Liter
Ansatz noch zirka 1 Kg Zucker gut zu lösen. Zwischenzeitlich
ist Portweinhefe ordnungsgemäß anzusetzen. Zeigt der
Hefeansatz Gärungserscheinungen, |
dann
gibt man von dem gesüßten Wein 1/2 Liter hinzu und wiederholt
das nach 2-3 Tagen nochmals. Nun ist die Hefe an den Zucker- und
Alkoholgehalt des Getränkes gewöhnt und wird, bei richtiger
Gärtemperatur dem Haupansatz zugefügt, schnell eine neue
Gärung einleiten. |
|
Übermäß
stark auftretende Fruchtsäuren lassen sich mit reinem, gefälltem
kohlensauren Kalk (gereinigte Schlämmkreide oder Kalziumkarbonat)
ausfällen. Bei kleinern Weinmengen genügen ggewöhnlich
6-8 Gramm auf 10 Liter gerechnet - messerspitzenweise hinzu gefügt.
Bei größeren Weinmengen verfährt man dagegen folgendermaßen:
Man zieht 4 Flaschen des sauren Weines zu je 1 Liter ab. Jede
Flasche erhält nun eine andere Dosierung kohlensauren Kalk,
und zwar:
• Flasche A: 0,6 Gramm •
Flasche B: 1,3 Gramm •
• Flasche C: 1,7 Gramm •
Flasche D: 2,0 Gramm •
Diese Zusätze entsprechen einer Säureverminderung von
Flasche A 1 Gramm, Flasche
B 2 Gramm
Flasche C 2,5 Gramm, Flasche
D 3 Gramm im Liter. |
Die Flaschen werden gut verkorkt 8-12 Tage gelagert.
Kostproben zeigen dann, welcher Versuch das beste Resultat ergab.
Durch Multiplikation läßt sich nun leicht errechnen,
welche Menge kohlensauren Kalkes für die gesamtmenge des
Weines notwendig ist. Etwa eine Woche nach Zugabe wird vom Bodensatz
abgezogen.
Niemals treibe man die Entsäureung zu weit,
denn die Säure ist ein natürlicher Schutz des Weines
gegen Weinerkrankungen. |
| Die
folgenden erprobten Rezepte, die als Beispiele gelten sollen, sind,
falls nicht anders angegeben, für 5 Liter berechnet. Soll ein
anderer Hefestamm Verwendung finden, so ist auf 5 Liter Ansatz diejenige |
Zuckermenge
zu verwenden, die hinter dem betreffenden Hefestamm in unserer Hefetabelle
auf der zweiten Umschlagseite verzeichnet steht. Falls größere
Mengen gekeltert werden, sind die angegebenen Früchte-, Wasser-
und |
Zuckermengen,
desgleichen die Zutaten zu multiplizieren, d.h. für 10 Liter
zu verdoppeln, usw., wobei auf passende Gärgefäße
Rücksicht zu nehmen ist. Das gleiche trifft auch auf die Rezept-Tabellen
zu. |
| Wein
ist das Gärungsprodukt von Trauben. So sagt das Gesetz. Was
im Haushalt als Fruchtwein bezeichnet wird, ist dagegen weinähnliches
Getränk. Für diese dem Kelterer nicht geläufige
Wortverbindung
"weinähnliches Getränk" benutzen wir den uns
geschützten Ausdruck "Weinling". Dem Hausweinbereiter,
der unsere Proferm-Weinhefen verwendet, ist die Benutzung dieser
Bezeichnung gestattet. In der vorliegenden Auflage werden Vorschriften
zur Bereitung weinähnlicher Getränke (Weinlinge) aus |
Garten-,
Wald-undFeldfrüchten,
aus Pflanzen- und Malzauszügen gegeben, zu denen unbedingt
die Proferm-Trocken-Weinhefen (kurz Proferm-T-Weinhefen) benutzt
werden dürfen. Zur Bereitung von Traubenwein und sogenannten
Haustrunk aus Traubensaft, ebenso für die gewerbliche Herstellung
von Obst- und Beerenwein schreibt das Weingesetz dagegen flüssige
Weinhefen vor. Diese flüssigen Weinhefen werden von uns unter
dem Namen Proferm-Reinzuchthefen in den Handel gebracht. |
Zur
Vermeidung von Unklarheiten erklären wir ausdrücklich,
daß keine unserer Vorschriften gegen irgeneinen Gesetzesparagraphen
verstoßn, sofern diese Vorschriften zur Deckung des Bedarfs
im eigenen Haushalt und nicht zu gewerblichen Zwecken verwendet
werden. Wer Traubenwein oder Obst- und Beerenwein gewerblich herstellen
und in den Handel bringen will, muß die Vorschriften und Ausführungsbestimmungen
des deutschen Weingesetzes genau beachten. |
| Der
Geschmack eines Obst- oder Beerenweines setzt sich aus dem Fruchtbukett,
dem Gärungsbukett und dem Lagerbukett zusammen. Hieraus ergibt
sich deutlich, daß man z.B. aus Apfelsaft, der mit Proferm-Rüdesheimerhefe
vergoren wurde, niemals einen Wein erhalten kann, dergenau einem
aus Trauben hergestellte Wein entspricht, denn das Fruchtbukett
der Traube ist wesentlich anders als |
das
eines Apfels. Unmögliches wird niemand verlangen. Es geht ja
auch nicht bei der Hausweinbereitung darum, den Traubenwein nachzuahmen.
Es kommt vielmehr darauf an, unter Verwendung gerade vorhandener
Früchte mit Proferm-Weinhefen köstliche, dem Weine ähnliche
Getränke herzustellen, die genau so bekömmlich und wohlschmeckend
wie diese sind. |
| Man
nehme nur die gewöhnlichen sauren Äpfel. Druck- und Faulstellen
sind mit einem rostfreien Messer herauszuschneiden. Bei der Kelterung
kleiner Mengen kann man die Früchte schälen. |
Entweder
nach Einheits-Vorschrift I behandeln oder nach Einheits-Vorschrift II
einmaischen und nach 24 Stunden leicht abpressen. |
| |
Stammname
(Heferasse) |
Äpfel |
| Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser(l) |
N (g) |
ZS (g)
|
| 1 |
Zeltinger |
3000 |
500 |
3,0 |
- |
Bei Verwendung säurearmer Äpfel
auf 5 Liter Ansatz
5-10 Gramm pulverisierter Zitronensäure zu fügen.
|
| 4 |
Bernkastler |
3000 |
600 |
3,0 |
- |
| 6 |
Steinberger |
3500 |
800 |
2,5 |
- |
| 8 |
Rüdesheimer |
3500 |
800 |
2,5 |
- |
| 10 |
Niersteiner |
3500 |
700 |
2,5 |
- |
| 11 |
Liebfrauenmilch |
3500 |
900 |
2,4 |
- |
| 12 |
Johannisberger |
3500 |
850 |
2,4 |
- |
| 22 |
Pfälzer |
3500 |
700 |
2,5 |
- |
| 23 |
Bordeaux |
3500 |
700 |
2,5 |
- |
| 24 |
Burgunder |
3500 |
850 |
2,4 |
- |
| 26 |
Aßmannshäuser |
3500 |
700 |
2,5 |
- |
| 27 |
Haut-Sauternes |
4000 |
1650 |
1,8 |
- |
| 29 |
Tarragona |
4000 |
1800 |
1,5 |
- |
| 30 |
Sherry |
4000 |
1650 |
1,8 |
- |
| 31 |
Madeira |
4000 |
1700 |
1,7 |
- |
| 32 |
Malaga |
4000 |
1650 |
1,8 |
- |
| 33 |
Portwein |
4000 |
1650 |
1,8 |
- |
| 34 |
Tokaier, süß |
4000 |
1800 |
1,5 |
- |
| 34a |
Tokaier, herb |
4000 |
1200 |
2,0 |
- |
| 35 |
Samos |
4000 |
1700 |
1,7 |
- |
| 27 |
Perlschaum |
3000 |
500 |
3,0 |
- |
|
| Falläpfel
sind direkt nach dem Abfallen zu verwenden, vorher gründlich
zu waschen und von Druck- und Faulstellen zu befreien. Das Obst
wird geschält, vom Kerngehäuse befreit, in kleine Stücke
geschnitten und mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermeng kurz aufgekocht.
Nach dem Abkühlen auf |
Zimmertemperatur
nach Einheits-Vorschrift II
einmaischen und nach 24 Stunden abseihen. Zweckmäßignist
es, aber nur bei Falläpfeln, auf 5 Liter 3 Gramm Hefenährsalz
hinzuzufügen, jedoch etwa 1/2 bis 3/4 kg Falläpfel weniger
nehmen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
A p r i k o s e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
4000 |
800 |
2,2 |
3 |
5 |
8 |
Rüdesheimer |
4000 |
800 |
2,2 |
3 |
5 |
10 |
Niersteiner |
4000 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
11 |
Liebfrauenmilch |
4000 |
900 |
2,2 |
3 |
5 |
12 |
Johannisberger |
4000 |
850 |
2,2 |
3 |
5 |
22 |
Pfälzer |
4000 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
23 |
Bordeaux |
4000 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
24 |
Burgunder |
4000 |
850 |
2,2 |
3 |
5 |
26 |
Aßmannshäuser |
4000 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
27 |
Haut-Sauternes |
4000 |
1650 |
1,8 |
3 |
5 |
29 |
Tarragona |
4000 |
1800 |
1,7 |
3 |
5 |
30 |
Sherry |
4000 |
1650 |
1,8 |
3 |
5 |
31 |
Madeira |
4000 |
1700 |
1,8 |
3 |
5 |
32 |
Malaga |
4000 |
1650 |
1,8 |
3 |
5 |
33 |
Portwein |
4000 |
1650 |
1,8 |
3 |
5 |
34 |
Tokaier, süß |
4000 |
1800 |
1,5 |
3 |
5 |
34a |
Tokaier, herb |
4000 |
1200 |
2,0 |
3 |
5 |
35 |
Samos |
4000 |
1700 |
1,8 |
3 |
5 |
27 |
Perlschaum |
4000 |
500 |
2,5 |
3 |
5 |
| |
| Einwandfreie,
reife Aprikosen von den Kernen befreien, grob zerkleinern, nach
Einheitsvorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden leicht abpressen. |
| Die
von den Stielen befreiten Früchte mit 2/3 der vorgeschriebenen
Wassermenge kochend übergießen, nach Einheitsvorschrift
II einmaischen und nach 24 Stunden abseihen. |
Leichter
Tischweinling: 1000 g Berberitzen, 4 Liter Wasser, 700 g Zucker,
Aßmannshäuser-Hefe, 3 g Hefenährsalz.
Schwerer, süßer Dessertweinling: 1000 g Berberitzen,
3,5 Liter Wasser, 1700 g Zucker, Samos-Hefe, 3 g Hefenährsalz |
| Birnen,
allein vergoren, ergeben in den seltesten Fällen einwandfreie,
gut klärende Weinlinge und sollen daher stets zur Hälfte
mit möglichst sauren Äpfeln vergoren werden. |
Auf
5 Liter empfiehlt sich eine Zugabe von 3 g Hefenährsalz, evtl,
auch 5-10 g Zitronensäure. Im übrigen richte man sich
nach den Rezepten, die für Äpfel angegeben sind. |
| Nur
frisch geerntete, gut ausgereifte, keinesfalls überreife oder
angefaulte , breiige Früchte verwenden. Blatt und Blütenreste
entfernen, Frücht grob zerkleinern, |
nach
Einheits-Vorschrift I behandeln oder nach Einheits-Vorschrift II einmaischen
und nach 24 Stunden abseihen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
B r o m b e e r e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
- |
- |
- |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
Niersteiner |
- |
- |
- |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
- |
- |
- |
- |
- |
12 |
Johannisberger |
- |
- |
- |
- |
- |
22 |
Pfälzer |
- |
- |
- |
- |
- |
23 |
Bordeaux |
3500 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
24 |
Burgunder |
3500 |
850 |
2,2 |
3 |
5 |
26 |
Aßmannshäuser |
3500 |
700 |
2,3 |
3 |
5 |
27 |
Haut-Sauternes |
- |
- |
- |
- |
- |
29 |
Tarragona |
4000 |
1800 |
1,3 |
3 |
5 |
30 |
Sherry |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
5 |
31 |
Madeira |
4000 |
1700 |
1,4 |
3 |
5 |
32 |
Malaga |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
5 |
33 |
Portwein |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
5 |
34 |
Tokaier, süß |
- |
- |
- |
- |
- |
34a |
Tokaier, herb |
- |
- |
- |
- |
- |
35 |
Samos |
4000 |
1700 |
1,4 |
3 |
5 |
27 |
Perlschaum |
- |
- |
- |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter
|
| Nur
die süße Eberesche, nicht die sogenannte Vogelbeere verwenden
und zwar erst dann, wenn die Früchte einen Frost abbekommen
haben. Stiele sorgfältig entfernen, Früchte leicht zerquetschen,
nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abseihen. |
Kräftiger,
herber Tischweinling: 1000 g Ebereschen, 700 g Zucker, 4,5 Liter
Wasser, 3g Hefenährsalz, Bordeaux-Hefe.
Schwerer, süßer, Dessertwinling: 1000 g Eberesche,
1700 Zucker, 3,5 Liter Wasser, 3 g Hefenährsalz, Madeira-Hefe. |
| Erdbeeren
eignen sich nur zur Herstellung schwerer, süßer oder
kräftig herber, rotweinähnlicher Getränke. Nur gute,reife,
frisch gerntete, keinesfalls überreife oder angefaulte breiige
Früchte verwenden, gut abbrausen, von |
Blatt-
und Blütenresten befreien, einmal durchschneiden, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abseihen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
E
r d b e e r e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
- |
- |
- |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
Niersteiner |
- |
- |
- |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
- |
- |
- |
- |
- |
12 |
Johannisberger |
- |
- |
- |
- |
- |
22 |
Pfälzer |
- |
- |
- |
- |
- |
23 |
Bordeaux |
4000 |
700 |
1,8 |
3 |
7 |
24 |
Burgunder |
4000 |
850 |
1,7 |
3 |
7 |
26 |
Aßmannshäuser |
4000 |
700 |
1,8 |
3 |
7 |
27 |
Haut-Sauternes |
- |
- |
- |
- |
- |
29 |
Tarragona |
4000 |
1800 |
1,3 |
3 |
10 |
30 |
Sherry |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
10 |
31 |
Madeira |
4000 |
1700 |
1,4 |
3 |
10 |
32 |
Malaga |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
10 |
33 |
Portwein |
4000 |
1650 |
1,4 |
3 |
10 |
34 |
Tokaier, süß |
- |
- |
- |
- |
- |
34a |
Tokaier, herb |
- |
- |
- |
- |
- |
35 |
Samos |
4000 |
1700 |
1,4 |
3 |
10 |
27 |
Perlschaum |
- |
- |
- |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
| Früchte
von Stiel und Blütenresten befreien, einmal durchschneiden,
flachquetschen oder durch den Fleischwolf drehen. Nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach |
24
Stunden abpressen. Werden die Hagebutten nach früheren Methoden
überbrüht, wodurch leicht langwierige Trübungen entstehen,
darf man nur abseihen.
|
|
Stammname
(Heferasse) |
H a g e b u t
t e n, frische |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
1000
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
4
|
Bernkastler
|
1000
|
600
|
4,6
|
3
|
5
|
|
6
|
Steinberger
|
1200
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
1200
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
10
|
Niersteiner
|
1200
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
1200
|
900
|
4,4
|
3
|
7
|
|
12
|
Johannisberger
|
1200
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
22
|
Pfälzer
|
1200
|
700
|
4,6
|
3
|
10
|
|
23
|
Bordeaux
|
1200
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
24
|
Burgunder
|
1200
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
1200
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
1500
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
29
|
Tarragona
|
1500
|
1800
|
3,9
|
3
|
10
|
|
30
|
Sherry
|
1500
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
31
|
Madeira
|
1500
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
32
|
Malaga
|
1500
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
33
|
Portwein
|
1500
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
1500
|
1800
|
3,0
|
3
|
10
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
1500
|
1200
|
4,3
|
3
|
10
|
|
35
|
Samos
|
1500
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
27
|
Perlschaum
|
1000
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Früchte
in einem Sieb unter der Wasserleitung abbrausen, grob zerstoßen,
mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge (ca. 40°C) übergießen.
Nach dem Abkühlen auf etwa 25°C |
nach Einheits-Vorschrift II
Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abseihen
bzw. leicht abpressen.
|
|
Stammname
(Heferasse) |
H a g e b u t t e n, getrocknet mit Kernen |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
400
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
4
|
Bernkastler
|
400
|
600
|
4,6
|
3
|
5
|
|
6
|
Steinberger
|
400
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
400
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
10
|
Niersteiner
|
400
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
400
|
900
|
4,4
|
3
|
7
|
|
12
|
Johannisberger
|
400
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
22
|
Pfälzer
|
400
|
700
|
4,6
|
3
|
10
|
|
23
|
Bordeaux
|
400
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
24
|
Burgunder
|
400
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
400
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
400
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
29
|
Tarragona
|
400
|
1800
|
3,9
|
3
|
10
|
|
30
|
Sherry
|
400
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
31
|
Madeira
|
400
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
32
|
Malaga
|
400
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
33
|
Portwein
|
400
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
400
|
1800
|
3,0
|
3
|
10
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
400
|
1200
|
4,3
|
3
|
10
|
|
35
|
Samos
|
400
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
27
|
Perlschaum
|
400
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Schalen
in einem Sieb abbrausen, mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge
(ca 40°C) übergießen, nach dem Abkühlen auf
ca. 25°C nach Einheits-Vorschrift II |
einmaischen
und nach 24 Stunden abseihen, bzw. leicht abpressen.
|
|
Stammname
(Heferasse) |
H a g e b u t
t e n s c h a l e n, getrocknet ohne Kernen |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
200
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
4
|
Bernkastler |
200
|
600
|
4,6
|
3
|
5
|
|
6
|
Steinberger
|
200
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
200
|
800
|
4,5
|
3
|
7
|
|
10
|
Niersteiner
|
200 |
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
200
|
900
|
4,4
|
3
|
7
|
|
12
|
Johannisberger
|
200
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
22
|
Pfälzer
|
200
|
700
|
4,6
|
3
|
10
|
|
23
|
Bordeaux
|
200
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
24
|
Burgunder
|
200
|
850
|
4,5
|
3
|
7
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
200
|
700
|
4,6
|
3
|
7
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
250
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
29
|
Tarragona
|
250
|
1800
|
3,9
|
3
|
10
|
|
30
|
Sherry
|
250
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
31
|
Madeira
|
250
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
32
|
Malaga
|
250
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
33
|
Portwein
|
250
|
1650
|
4,0
|
3
|
10
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
250
|
1800
|
3,0
|
3
|
10
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
250
|
1200
|
4,3
|
3
|
10
|
|
35
|
Samos
|
250
|
1700
|
4,0
|
3
|
10
|
|
27
|
Perlschaum
|
200
|
500
|
4,7
|
3
|
5
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Heidelbeeren
vergären gewöhnlich sehr schwer. Es ist deshalb zu empfehlen,
auf 5 Liter Ansatz außer 3 g Hefenägrsalz noch etwa 1/2
bis 1 Liter anderen Fruchtsaft (Johannisbeersaft) zuzufügen,
in welchem die zur Vergärung bestimmte Hefe |
vorher
in kräftige Gärung gebracht werden muß. Früchte
waschen, Blattreste entfernen, zerquetschen, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abpressen.
|
|
Nur
frisch gerntete, gut ausgereifte, keinesfalls überreife oder
angefaulte, breiige Beeren verwenden, grob zerkleinern, nach Einheits-Vorschrift
I behandeln oder nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach
24 Stunden abseihen.
Himbeeren sind nur zur Herstellung schwerer, süßer
Weine geeignet. |
Schwerer Dessertwein: 3000 g, 2 Liter
Wasser, 1650 g Zucker, 3 g Hefenährsalz, 5 g Zitronensäure,
Malaga-Hefe.
Schwerer, süßer Dessertwein: 3000 g Himbeeren, 1700
g Zucker, 2 Liter Wasser, 3 g Hefenährsalz, 5 g Zitronensäure,
Samos-Hefe. |
Nur
völlig ausgereife Früchte verwenden, für gute Entfernung
der Stiele Sorge tragen, zerquetschen, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abpressen.
Die übliche und meist vorkommende Art ist die baum- oder
strauchartig wachsende sambucus nigra. Die Beeren dieser Art sind
ohne weiteres zu verwenden und in vieler Beziehung sogar sehr
gesundheitsfördernd. Nicht verwechselt werden |
sollten
diese Beeren mit denen von sambucus ebulus, auf deutsch Attichbeeren
oder Zwergholunder. Diese wachsen an einem sehr niedrigen Strauch
im Gegensatz zu den Sträuchern von sambucus nigra, die mehr
die Größe eines Baumes erreichen. Die Attichbeeren oder
Zwergholunder sind etwa halb so groß wie die Beeren des gebräuchlichen
Holunders, sonst in der Farbe und Form diese sehr ähnlich,
aber eben bedeutend kleiner. |
|
Stammname
(Heferasse) |
H o l u n d e r b e e r e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
4
|
Bernkastler
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
6
|
Steinberger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
10
|
Niersteiner
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
12
|
Johannisberger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
22
|
Pfälzer
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
23
|
Bordeaux
|
2500
|
700
|
2,9
|
3
|
5
|
|
24
|
Burgunder
|
2500
|
850
|
2,8
|
3
|
5
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
2500
|
700
|
2,9
|
3
|
5
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
29
|
Tarragona
|
2500
|
1800
|
2,1
|
3
|
7
|
|
30
|
Sherry
|
2500
|
1650
|
2,2
|
3
|
7
|
|
31
|
Madeira
|
2500
|
1700
|
2,2
|
3
|
7
|
|
32
|
Malaga
|
2500
|
1650
|
2,2
|
3
|
7
|
|
33
|
Portwein
|
2500
|
1650
|
2,2
|
3
|
7
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
2500
|
1800
|
2,1
|
3
|
7
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
2500
|
1200
|
2,6
|
3
|
7
|
|
35
|
Samos
|
2500
|
1700
|
2,2
|
3
|
7
|
|
27
|
Perlschaum
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
Heidelbeeren vergären sehr schwer. Es ist deshalb
empfehlenswert, die zur Vergärung bestimmte Profern-Weinhefe vorher
in
1 Liter Fruchtsaft aus anderen Früchten in kräftige Gärung zu
bringen. In diesem Falle ist bei unten stehenden Rezepten 1 Liter
Wasser weniger zu nehmen. |
| Honig
besitzt ein besonders starkes Blütenaroma, welches, ähnlich
einem Parfümgeschmack, im vergorenen Getränk hervortreten
kann. Um diesen Geschmack zu vermeiden, soll man den Honig mit 2/3
der vorgesehenen Wassermenge längere Zeit kochen. Bei der Herstellung
von reinem Honigwein nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur
die Proferm-Weinhefe und Zutaten hinzufügen, auf eine Gärflasche
füllen, nach Beendigung der stürmischen Gärung mit
Wasser ergänzen und unter Gärverschluß vergären.
Falls andere Früchte mit vergoren werden, die Honiglösung
nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur über die zerkleinerten
Früchte gießen, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen
und nach 24 Stunden abpressen. |
Reiner
Honigwein: 2000 g Honig, 3 Liter Wasser, 3g Hefenährsalz,
5 g Zitronensäure, 5 Körnchen Piment, Sauternes-Hefe.
Honig-Johannesbeerwein: 1200 g Johannesbeeren,
1000 g Honig, 1000 g Zucker, 2 Liter Wasser, 3 g Hefenährsalz,
Tarragona-Hefe.
Honig-Apfelwein: 1500 g Äpfel,
1000 g Honig, 900 g Zucker, 2,5 Liter Wasser, 3 g Hefenährsalz,
Sherry-Hefe |
| Sowohl
weiße wie auch rote und schwarze Johannisbeeren sind die zur
Hausweinbereitung am besten geeigneten heimatlichen Beerenfrüchte.
Weiße Johannisbeeren ergeben die reintönigsten Getränke,
sie sind für den Hausweinbereiter das, was für den Winzer
die Traube ist. |
Rote
und schwarze Johannisbeeren zusammen gemischt, ergeben Getränke
von vorzüglicher roter Farbe. Bei der Kelterung kleinerer Mengen,
empfiehlt es sich, die Stiele zu entfernen und die Früchte
entweder nach Einheits-Vorschrift II einzumaischen und nach 24 Stunden
abzupressen. Keltert man |
größere
Mengen, wodurch infolge mangelnder Hilfskräfte eine Entfernung
der Stiele zur Unmöglichkeit wird, muß man die Früchte
nach Einheits-Vorschrift
I behandeln, also direkt entsaften, denn beim Einmaischen würden
die Stiele an den Most einen grasigen, bitteren Geschmack abgeben.
|
|
Stammname
(Heferasse) |
J o h a n n i s b e e r e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
2500
|
500
|
3,0
|
-
|
-
|
|
4
|
Bernkastler
|
2500
|
600
|
2,9
|
-
|
-
|
|
6
|
Steinberger
|
3000
|
800
|
2,4
|
-
|
-
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
3000
|
800
|
2,4
|
-
|
-
|
|
10
|
Niersteiner
|
3000
|
700
|
2,5
|
-
|
-
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
3000
|
900
|
2,4
|
-
|
-
|
|
12
|
Johannisberger
|
3000
|
850
|
2,4
|
-
|
-
|
|
22
|
Pfälzer
|
3000
|
700
|
2,5
|
-
|
-
|
|
23
|
Bordeaux
|
3000
|
700
|
2,5
|
-
|
-
|
|
24
|
Burgunder
|
3000
|
850
|
2,4
|
-
|
-
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
3000
|
700
|
2,5
|
-
|
-
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
3500
|
1650
|
1,7
|
-
|
-
|
|
29
|
Tarragona
|
3500
|
1800
|
1,5
|
-
|
-
|
|
30
|
Sherry
|
3500
|
1650
|
1,7
|
-
|
-
|
|
31
|
Madeira
|
3500
|
1700
|
1,6
|
-
|
-
|
|
32
|
Malaga
|
3500
|
1650
|
1,7
|
-
|
-
|
|
33
|
Portwein
|
3500
|
1650
|
1,7
|
-
|
-
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
3500
|
1800
|
1,5
|
-
|
-
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
3500
|
1200
|
1,9
|
-
|
-
|
|
35
|
Samos |
3500
|
1700
|
1,6
|
-
|
-
|
|
27
|
Perlschaum
|
2500
|
500
|
3,0
|
-
|
-
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Malzweinlinge
werden bevorzugt im Winter hergestellt, wenn es an frischen Früchten
mangelt. Sowohl flüssiger Malzextrakt als auch Trockenmalz werden
in 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge aufgekocht und nach dem Abkühlen
auf Zimmertemperatur mit der Proferm-Weinhefe und den vorgeschriebenen
Zutaten versetzt. Man füllt die Flüssigkeit sofort in die
Gärflasche, die zunächst provisorisch |
mit
einem Wattebausch oder einem Gärschaumfänger versehen wird,
und läßt 1-2 Tage angären. Dann fügt man bei
leichten Getränken den gesamten Zucker, in etwas Wasser gelöst,
hinzu, bei schweren nur die Hälfte, nach 2 Tagen den Rest, ergänzt
- sobald die Schaumbildung nachgelassen hat - mit Wasser auf die vorgeschriebene
Literzahl und vergärt unter Gärverschluß. Schwere
Malzweinlinge werden gern gewürtzt |
getrunken.
Zu diesem Zweck gibt man nach Belieben etwas Zimtrinde, Piment,
Anis und Gewürznelken in ein kleines Gazebeutelchen und läßt
diese in der Flüssigkeit so lange ziehen, bis der gewünschte
würzige Geschmack erreicht ist. Die in unseren Rezepten zur
Vorschrift gemachten Zutaten dürfen nicht .... werden. Die
Herstellung von Bier im Haushalt ist verboten, worauf wir ausdrücklich
aufmerksam machen.
|
|
Stammname
(Heferasse) |
Ma l z e x t r a k t |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
300 |
500 |
4,4 |
3 |
10 |
4 |
Bernkastler |
350 |
600 |
4,3 |
3 |
10 |
6 |
Steinberger |
400 |
800 |
4,1 |
3 |
10 |
8 |
Rüdesheimer |
400 |
800 |
4,1 |
3 |
10 |
10 |
Niersteiner |
400 |
700 |
4,2 |
3 |
10 |
11 |
Liebfraumilch |
400 |
900 |
4,0 |
3 |
10 |
12 |
Johannisberger |
400 |
850 |
4,1 |
3 |
10 |
22 |
Pfälzer |
400 |
700 |
4,2 |
3 |
10 |
23 |
Bordeaux |
500 |
700 |
4,2 |
3 |
10 |
24 |
Burgunder |
500 |
850 |
4,1 |
3 |
10 |
26 |
Aßmannshäuser |
400 |
700 |
4,2 |
3 |
10 |
27 |
Haut-Sauternes |
500 |
1650 |
3,5 |
3 |
10 |
29 |
Tarragona |
500 |
1800 |
3,4 |
3 |
10 |
30 |
Sherry |
500 |
1650 |
3,5 |
3 |
10 |
31 |
Madeira |
500 |
1700 |
3,5 |
3 |
10 |
32 |
Malaga |
500 |
1650 |
3,5 |
3 |
10 |
33 |
Portwein |
500 |
1650 |
3,5 |
3 |
10 |
34 |
Tokaier, süß |
500 |
1800 |
3,4 |
3 |
10 |
34a |
Tokaier, herb |
500 |
1200 |
3,8 |
3 |
10 |
35 |
Samos |
500 |
1700 |
3,5 |
3 |
10 |
27 |
Perlschaum |
300 |
500 |
4,4 |
3 |
10 |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
| Früchte
von Stielen befreien, zerdrücken, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen
und nach 24 Stunden nicht abpressen, sondern nur abseihen. |
Kräftiger
Tischweinling: 1500 g Mehlbeeren, 800 g Zucker, 4 l Wasser,
3 g Hefenährsalz, 5 g Zitronensäure, Rüdesheimerhefe.
Schwerer, süßer Dessertweinling:
2000 g Mehlbeeren, 1700 g Zucker, 3,5 Liter Wasser, 3 g Hefenährsalz,
5 g Zitronensäure, Samoshefe. |
| Hierunter
fallen alle Früchte, die unter den Namen Zwetschgen, Plaumen,
Eierpflaumen, Mirabellen, Spillinge und Reneclauden bekannt sind.
Die Früchte eignen sich lediglich für schwere, süße
Weinlinge und können nicht direkt |
entsaftet
werden. Gut ausgereifte Früchte nach Entfernung der Kerne nach
Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abseihen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
P f l a u m e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
4
|
Bernkastler
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
6
|
Steinberger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
10
|
Niersteiner
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
12
|
Johannisberger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
22
|
Pfälzer
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
23
|
Bordeaux
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
24
|
Burgunder
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
29
|
Tarragona
|
4000
|
1800
|
-
|
3
|
10
|
|
30
|
Sherry |
4000
|
1650
|
-
|
3
|
10
|
|
31
|
Madeira
|
4000
|
1700
|
-
|
3
|
10
|
|
32
|
Malaga
|
4000
|
1650
|
-
|
3
|
10
|
|
33
|
Portwein
|
4000
|
1650
|
-
|
3
|
10
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
4000
|
1800
|
-
|
3
|
10
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
35
|
Samos
|
4000
|
1700
|
-
|
3
|
10
|
|
27
|
Perlschaum
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Preißelbeeren
vergären - genau wie Heidelbeeren - nur sehr schwer. Auch in diesem
Falle empfiehlt es sich, die zur Vergärung bestimmte Proferm-Weinhefe
in 1/2 bis 1 Liter anderem fruchtsaft (Johannisbeersaft) in kräftige
Gärung zu bringen. Gut ausgereifte Preißelbeeren werden mit 2/3
der |
vorgeschriebenen
Wassermenge in einem einwandfreien Emailllegefäß gekocht, nach
dem Abkühlen auf Zimmertemperatur nach Einheits-Vorschrift II eingemaischt
und nach 24 Stunden abgeseiht bzw. leicht ausgepreßt. |
|
Stammname
(Heferasse) |
P
r e i ß e l b e e r e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
- |
- |
- |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
Niersteiner |
- |
- |
- |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
- |
- |
- |
- |
- |
12 |
Johannisberger |
- |
- |
- |
- |
- |
22 |
Pfälzer |
- |
- |
- |
- |
- |
23 |
Bordeaux |
2500 |
700 |
3,0 |
3 |
- |
24 |
Burgunder |
2500 |
850 |
2,8 |
3 |
- |
26 |
Aßmannshäuser |
- |
- |
- |
- |
- |
27 |
Haut-Sauternes |
- |
- |
- |
- |
- |
29 |
Tarragona |
3000 |
1800 |
2,0 |
3 |
- |
30 |
Sherry |
3000 |
1650 |
2,1 |
3 |
- |
31 |
Madeira |
3000 |
1700 |
2,1 |
3 |
- |
32 |
Malaga |
3000 |
1650 |
2,1 |
3 |
- |
33 |
Portwein |
3000 |
1650 |
2,1 |
3 |
- |
34 |
Tokaier, süß |
3000 |
1800 |
2,0 |
3 |
- |
34a |
Tokaier, herb |
3000 |
1200 |
2,4 |
3 |
- |
35 |
Samos |
3000 |
1700 |
2,1 |
3 |
- |
27 |
Perlschaum |
- |
- |
- |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
Bei Preißelbeeren empfielt es sich, genau wie bei Heidelbeeren, die zur Vergärung bestimmte Weinhefe in 1 Liter anderem Fruchtsaft anzusetzen. |
| Quitten,
allein vergoren, ergeben Getränke, die einen ausgesprochenen Quittengeschmack
haben. Man sollte sie deshalb nur mit anderen Früchten, möglichst
mit Äpfeln zusammen verwenden. Die geschälten Früchte werden mit
kochendem Wasser übergossen , dann mit den anderen Früchten vermischt,
nach Einheits-Vorschrift II eingemaischt und nach 24 Stunden leicht
ausgepreßt. |
Kräftiger
Tischweinling: 2000 g Äpfel, 1000 g Quitten, 900 g Zucker,
3 Liter Wasser, 5 g Zitronensäure, Liebfraumilchhefe. Schwerer,
süßer Dessertweinling: 2500 g Äpfel, 1500 g Quitten,
1650 g Zucker, 5 g Zitronensäure, 2,5 Liter Wasser, Malagehefe. |
| Die
in kleine Stücke geschnittenen Rhabarberstiele mit kochendem
Wasser
übergießen und dieses Wasser sofort abschütten. Alsdann
nochmals mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge kochend übergießen,
nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abpressen. Rhabarber- stiele
enthalten Oxalsäure, die nicht |
bekömmlich
ist. Man muß deshalb für eine Ausfällung dieser unbekömmlichen
Säure Sorge tragen, in dem man dem Getränk, auf 10 Liter gerechnet,
nach Beendigung der Gärung 6-8 g pulverisierte, geeignete Schlämmkreide
messerspitzenweise vorsichtig hinzu gibt. Die Oxalsäure scheidet
sich dabei in unlösbarer Form in kleinen Kristallenab.
Etwa 3 bis 4 Tage nach der Zugabe |
kann
vom Bodensatz abgezogen werden. Wenn sie einmal mit Rhabarber etwas
ganz besonders Feines herstellen wollen, dann geben sie auf 5 Liter
Ansatz eine Flasche Apfelmost und dafür entsprechend weniger Wasser
hinzu. Besonders bei leichten und mittelschweren Getränken zu empfehlen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
R h a b a r b
e r |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
2500 |
500 |
3,8 |
3 |
- |
4 |
Bernkastler |
2500 |
600 |
3,7 |
3 |
- |
6 |
Steinberger |
3000 |
800 |
3,4 |
3 |
- |
8 |
Rüdesheimer |
3000 |
800 |
3,4 |
3 |
- |
10 |
Niersteiner |
3000 |
700 |
3,5 |
3 |
- |
11 |
Liebfraumilch |
3000 |
900 |
3,3 |
3 |
- |
12 |
Johannisberger |
3000 |
850 |
3,4 |
3 |
- |
22 |
Pfälzer |
3000 |
700 |
3,5 |
3 |
- |
23 |
Bordeaux |
3000 |
700 |
3,5 |
3 |
- |
24 |
Burgunder |
3000 |
850 |
3,4 |
3 |
- |
26 |
Aßmannshäuser |
3000 |
700 |
3,5 |
3 |
- |
27 |
Haut-Sauternes |
3000 |
1650 |
2,9 |
3 |
- |
29 |
Tarragona |
3000 |
1800 |
2,7 |
3 |
- |
30 |
Sherry |
3000 |
1650 |
2,9 |
3 |
- |
31 |
Madeira |
3000 |
1700 |
2,8 |
3 |
- |
32 |
Malaga |
3000 |
1650 |
2,9 |
3 |
- |
33 |
Portwein |
3000 |
1650 |
2,9 |
3 |
- |
34 |
Tokaier, süß |
3000 |
1800 |
2,7 |
3 |
- |
34a |
Tokaier, herb |
3000 |
1200 |
3,0 |
3 |
- |
35 |
Samos |
3000 |
1700 |
2,8 |
3 |
- |
27 |
Perlschaum |
2500 |
500 |
3,8 |
3 |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter
|
| Suerkirschen
sind infolge ihres genügend hohen Säuregehaltes vorzüglich
zur Hausweinbereitung geeignet. Man stellt mit ihnen milde Likörweinlinge
oder auch kräftige herbe Frühstücksweinlinge her. Falls
man die Kirschen direkt entsaftet, ist darauf zu achten, dass die
Kerne nicht mit zerquetscht werden. Die Getränke erhalten sonst
ein eigentümliches, bitteres, mandelartiges Aroma, welches nicht
jederman zusagt. Dieser Bittermandelgeschmack beruht |
darauf,
dass in den Kernen Amygdalin vorkommt, das bei der Aufspaltung freie
Blausäure abgibt.Obzwar es sich immer nur um eine geringfügige
Menge handeln dürfte, so ist doch Blausäure als ein starkes
Gift bekannt. Man wird daher vermeiden, die Kirschweine damit anzureichern.
Kirschen gut waschen, entstielen, zerkleinern, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden abpressen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
S a u e r k i r s c h e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
|
1
|
Zeltinger
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
4
|
Bernkastler
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
6
|
Steinberger
|
2500
|
800
|
3,0
|
-
|
-
|
|
8
|
Rüdesheimer
|
2500
|
800
|
3,0
|
-
|
-
|
|
10
|
Niersteiner
|
2500
|
700
|
3,1
|
-
|
-
|
|
11
|
Liebfraumilch
|
2500
|
900
|
3,0
|
-
|
-
|
|
12
|
Johannisberger
|
2500
|
850
|
3,0
|
-
|
-
|
|
22
|
Pfälzer
|
2500
|
700
|
3,1
|
-
|
-
|
|
23
|
Bordeaux
|
3000
|
700
|
3,1
|
-
|
-
|
|
24
|
Burgunder
|
3000
|
850
|
3,0
|
-
|
-
|
|
26
|
Aßmannshäuser
|
2500
|
700
|
3,1
|
-
|
-
|
|
27
|
Haut-Sauternes
|
3000
|
1650
|
2,2
|
-
|
-
|
|
29
|
Tarragona
|
3000
|
1800
|
2,1
|
-
|
-
|
|
30
|
Sherry
|
3000
|
1650
|
2,2
|
-
|
-
|
|
31
|
Madeira
|
3000
|
1700
|
2,2
|
-
|
-
|
|
32
|
Malaga
|
3000
|
1650
|
2,2
|
-
|
-
|
|
33
|
Portwein
|
3000
|
1650
|
2,2
|
-
|
-
|
|
34
|
Tokaier, süß
|
3000
|
1800
|
2,1
|
-
|
-
|
|
34a
|
Tokaier, herb
|
3000
|
1200
|
2,5
|
-
|
-
|
|
35
|
Samos
|
3000
|
1700
|
2,2
|
-
|
-
|
|
27
|
Perlschaum
|
-
|
-
|
-
|
-
|
-
|
|
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte Zitronensäure,
alles in Gramm, Wasser in Liter
|
|
|
| Schlehen
enthalten in starkem Maße Gerbsäure, die sich aber zum Teil verliert,
wenn die Früchte gut ausgereift sind und einen Frost erhalten haben.
Man sollte sie deshalb immer erst nach dem Frost verwenden. Früchte
zerquetschen - ohne |
Stein
zerkleinern, mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge kochend übergießen,
Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden, nicht
pressen, sondern nur abseihen. |
|
Stammname
(Heferasse) |
S
c h l e h e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
- |
- |
- |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
1000 |
800 |
4,4 |
3 |
- |
10 |
Niersteiner |
- |
- |
- |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
- |
- |
- |
- |
- |
12 |
Johannisberger |
1000 |
850 |
4,3 |
3 |
- |
22 |
Pfälzer |
1000 |
700 |
4,6 |
3 |
- |
23 |
Bordeaux |
- |
- |
- |
- |
- |
24 |
Burgunder |
- |
- |
- |
- |
- |
26 |
Aßmannshäuser |
- |
- |
- |
- |
- |
27 |
Haut-Sauternes |
1000 |
- |
4,0 |
3 |
- |
29 |
Tarragona |
- |
- |
- |
- |
- |
30 |
Sherry |
1000 |
1650 |
4,0 |
3 |
- |
31 |
Madeira |
- |
- |
- |
- |
- |
32 |
Malaga |
- |
- |
- |
- |
- |
33 |
Portwein |
- |
- |
- |
- |
- |
34 |
Tokaier, süß |
- |
- |
- |
- |
- |
34a |
Tokaier, herb |
1000 |
1200 |
4,3 |
3 |
- |
|
35 |
Samos |
- |
- |
- |
- |
- |
27 |
Perlschaum |
- |
- |
- |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
| Bei Preißelbeeren empfielt es sich, genau wie bei Heidelbeeren, die zur Vergärung bestimmte Weinhefe in 1 Liter anderem Fruchtsaft anzusetzen.
|
| Stachelbeeren
lassen sich mit einfachen Fruchtpressen sehr schwer direkt entsaften.
Der Hausweinbereiter wird deshalb in den meisten Fällen genötigt
sein, nach Einheits-Vorschrift II |
zu
verfahren. Die Früchte müssen vorher von Stielen und Blütenköpfen
befreit werden, da das Getränk sonst einen grasigen Geschmack erhält. |
|
Stammname
(Heferasse) |
S t a c h e l
b e e r e n, reife |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
3000 |
500 |
2,9 |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
3000 |
600 |
2,9 |
- |
- |
6 |
Steinberger |
3000 |
800 |
2,7 |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
3000 |
800 |
2,7 |
- |
- |
10 |
Niersteiner |
3000 |
700 |
2,8 |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
3000 |
900 |
2,7 |
- |
- |
12 |
Johannisberger |
3000 |
850 |
2,7 |
- |
- |
22 |
Pfälzer |
3000 |
700 |
2,8 |
- |
- |
23 |
Bordeaux |
3000 |
700 |
2,8 |
- |
- |
24 |
Burgunder |
3000 |
850 |
2,7 |
- |
- |
26 |
Aßmannshäuser |
3000 |
700 |
2,8 |
- |
- |
27 |
Haut-Sauternes |
3500 |
1650 |
1,9 |
- |
- |
29 |
Tarragona |
3500 |
1800 |
1,8 |
- |
- |
30 |
Sherry |
3500 |
1650 |
1,9 |
- |
- |
31 |
Madeira |
3500 |
1700 |
1,9 |
- |
- |
32 |
Malaga |
3500 |
1650 |
1,9 |
- |
- |
33 |
Portwein |
3500 |
1650 |
1,9 |
- |
- |
34 |
Tokaier, süß |
3500 |
1800 |
1,8 |
- |
- |
34a |
Tokaier, herb |
3500 |
1200 |
2,2 |
- |
- |
35 |
Samos |
3500 |
1700 |
1,99 |
- |
- |
27 |
Perlschaum |
3000 |
500 |
2,9 |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
| Unreife
Stachelbeeren eignen sich vorzüglich zur Herstellung leichter,
herber Getränke oder auch zur Bereitung von Stachelbeerschaumweines.
Man muß die Früchte nach entsprechender Vorbehandlung und Zerkleinerung
mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge übergießen, nach Einheits-Vorschrift II einmaischen und nach 24 Stunden nicht etwa |
pressen,
sondern nur abseihen. Die Fruchtrückstände lassen sich noch zu
Kompott verwenden. Im übrigen richte man sich nach den Rezepten
für reife Stachelbeeren, nehme aber
1000 g Früchte weniger und
vergesse ferner nicht die Zugabe von 3 g Hefenährsalz auf
5 Liter . |
| Süßkirschen
sind zur Hausweinbereitung weniger geeignet, da sie verhältnismäßig
wenig Säure enthalten und den Saft nur sehr schwer hergeben. Mit
direkter Entsaftung kommt man nur bei Vorhandensein allerbester
Pressen und nach entfernung der Kerne vorwärts. Für den Hausweinbereiter
empfiehlt es sich deshalb, die Kirschen zu waschen, zu entstielen,
zu ent- |
kernen,
nach Einheits-Vorschrift II einzumaischen und nach 24 Stunden leicht
abpressen. Zweckmäßig wird es sein, Süßkirschen zu gleichen Teilen
mit möglichst sauren Beerenfrüchten, wie unreifen Stachelbeeren
oder reifen Johannisbeeren zu vergären. |
|
Stammname
(Heferasse) |
S ü ß
k i r s c h e n |
Früchte (g) |
Zucker (g) |
Wasser (l) |
N (g) |
ZS. (g) |
1 |
Zeltinger |
- |
- |
- |
- |
- |
4 |
Bernkastler |
- |
- |
- |
- |
- |
6 |
Steinberger |
- |
- |
- |
- |
- |
8 |
Rüdesheimer |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
Niersteiner |
- |
- |
- |
- |
- |
11 |
Liebfraumilch |
4000 |
900 |
2,7 |
3 |
15 |
12 |
Johannisberger |
- |
- |
- |
- |
- |
22 |
Pfälzer |
- |
- |
- |
- |
- |
23 |
Bordeaux |
- |
- |
- |
- |
- |
24 |
Burgunder |
- |
- |
- |
- |
- |
26 |
Aßmannshäuser |
- |
- |
- |
- |
- |
27 |
Haut-Sauternes |
4000 |
1650 |
2,4 |
3 |
15 |
29 |
Tarragona |
4000 |
1800 |
2,2 |
3 |
15 |
30 |
Sherry |
- |
- |
- |
- |
- |
31 |
Madeira |
- |
- |
- |
- |
- |
32 |
Malaga |
- |
- |
- |
- |
- |
33 |
Portwein |
- |
- |
- |
- |
- |
34 |
Tokaier, süß |
- |
- |
- |
- |
- |
34a |
Tokaier, herb |
- |
- |
- |
- |
- |
35 |
Samos |
- |
- |
- |
- |
- |
27 |
Perlschaum |
- |
- |
- |
- |
- |
*N = Hefenährsalz, ZS = pulverisierte
Zitronensäure, alles in Gramm, Wasser in Liter |
| Das
Weingesetz gestattet die Herstellung von Haustruck aus Traubenmaische,
traubenmost oder frischen Weinresten innerhalb der Zeit der Traubenernte
bis jeweils zum 31. Dezember des gleichen Jahres. Die als Haustrunk
hergestellten Getränke dürfen nur in eigenen Haushalte des
Herstellers verwendet werden. Wer Trauben- oder Obst-und Beerenweine
gewerblich hergestellt, ist verpflichtet, den Haustrunk der zuständigen
Behörde mit genauen Angaben anzuzeigen. Man verwende für
Haustrunk |
Proferm-Flüssige-Reinzuchthefe, da die Ausführungsbestimmungen
des Weingesetzes für Traubenwein oder Haustrunk flüssige
Weinhefen zur Vorschrift machen. Ein Verschnitt mit frischer Obstmaische
ist im Gegensatz zur Traubenweinbereitung gestattet, ebenso ein Verschnitt
mit in- und ausländischem Weiß-, Rot- und Dessertwein,
ferner auch mit Hybridenwein. Die in der Tabelle auf Seite 29 angegebenen
Rezepte beziehen sich auf die Verwendung sehr saurer Trauben, wie
sie Mittel- und |
Norddeutschland vorkommen. Verwendet man sehr süße Trauben,
muß man die Zucker- und Wasserzugabe je nach dem Süßigkeitsgehalt
der Trauben um etwa 20%, 40%, ja sogar bis zu 50% kürzen. Wer
ganz genau arbeiten will, muß sich eine Zuckerspindel beschaffen
und den Zuckergehalt der Moste bei Verwendung von Moselwein-Hefen
auf etwa 16%, bei Reinweinhefen auf etwa 16% bis 20% und bei Süßwein-Hefen
auf etwa 30%-36% stellen. |
| Für
die Herstellung von Traubenwein sieht das deutsche Weingesetz auch
dann, wenn es Getränke sind, die nur dem eigenen Gebrauch dienen
sollen, so zahlreiche Vorschriften vor, daß sie im Rahmen dieses
Buches nicht angeführt werden können. Wer deshalb Traubenwein
keltern will, muß sich nach |
dem
Weingesetz richten und der reinen Traubensaft unter Verwendung von
Proferm-Flüssig-Reinzuchthefe vergären. Zusätze von
Zucker oder wäßrigen Zuckerlösungen richten sich ganz
nach dem Ausfall der Traubenernte. Sie sind in jedem Jahr verschieden,
unterliegen behördlichen Vorschriften und sind deshalb nicht
im Rahmen von Rezepten anführbar. |
| Zur Schaumweinbereitung kann man jede Frucht benutzen,
deren Saft mit Proferm-Weinhefe und 500 g Zucker (auf 5 Liter) vergoren
werden. |
| Das
mit Proferm-Perlschaumhefe restlos ausgegorenes Getränk wird
vom Bodensatz abgezogen und auf 5 Liter mit 100 g Kandiszucker versetzt,
der zuvor in eine kleinere Teilmenge des Weinlings gut gelöst
wurde. Man läßt nun einige Tage unter Gärverschluß
stehen und füllt alsdann auf Flaschen, die mit allerbesten, starken,
porenarmen Korken, welche zu 1/3 aus der Flasche herausragen müssen,
verschlossen und mit einem Bindfaden gut abgebunden werden. |
Bei
Verwendung nicht gut schließender oder grobporiger Korken kann
die Kohlensäure entweichen und das darf nicht sein. Man lagert
die Flaschen im Keller schräg mit dem Korken nach unten. Jeden
5. Tag werden die Flaschen mit einem kurzen Ruck nach rechts gedreht,
indem man sie am Boden anfaßt und kurz mit 1/4 Drehung nach
rechts schleudert. Hierdurch setzt sich die durch die Nachgärung
entstehende Hefe an der engen Flaschenöffnung und schließlich
fest am Korken ab. Dieser Vorgang kann etwa |
12
Wochen, evtl. auch längere Zeit dauern. Ist der Schaumwein klar,
muß man die Flaschen, nachdem sie gut gekühlt werden, vorsichtig
heben, die Schnur durch schneiden abspritzen (abknallen). Vorsichtig
gießt man eine KLeinigkeit des Getränkes ab und gibt 1-2
Likörgläschen eines süßen Likörs oder Zuckerfruchtsaftes
hinzu, verkorkt sofort mit guten Korken, bindet die Schnur oder Draht
ab und lagert wie üblich. Die Herstellung blanker Schaumweinlinge
verlangt sehr viel Geschick. Wer damit nicht auskommt, sollte sich
nach folgender Vorschrift richten: |
| Hierzu
verwendet man möglichst klare, abgeseihte Fruchtsäfte, denn
je mehr feine oder grobe Fruchtbestandteile im Saft verbleiben, desto
stärker ist später der Bodensatz. Die mit Proferm-Weinhefe
und 500 g Zucker auf 5 Liter versetzten Ansätze müssen solange
gären, bis die Gärung nur noch ganz schwach ist. Das
Getränk wird dann auf Flaschen gefüllt, verkorkt und abgebunden
stehend aufbewahrt. Da das Abfüllen auf Flaschen in noch trüben
Zustand geschieht, setzt sich in den Flaschen ein Bodensatz ab. Der
|
Schaumweinling
muß deshalb gut gekühlt aufgetragen und vorsichtig in die
Gläser gegossen werden, damit der Bodensatz nicht aufgewirbelt
wird. Die Haupsache bei dieser Art ist, den richtigen Zeitpunkt zu
treffen, ab dem man die noch gärende Flüssigkeit auf Flaschen
füllt. Wird zu spät abgefüllt, bildet sich nicht genügend
Kohlensäure und der eigentliche Effekt geht verloren. Füllt
man wiederum zu früh ab, bildet sich zuviel Kohlensäure
und es entsteht beim Öffnen der |
Flaschen
durch Überschäumen große Verluste. Leider läßt
sich der richtige Augenblick des Abfüülens nicht nach Tag
und Stunde genau angeben. Man wird zum Ziele kommen, wenn man das
Getränk dann auf Flaschen füllt, wenn unter der Voraussetzung
einer richtigen Gärtemperatur von etwa 25°C nur noch 10-15
Kohlensäurebläschen in der Minute aufsteigen. Schaumweinlinge
mit Bodensatz sollen möglichst bald zum Verbrauch gelangen. |
| Um
Weine vor Nachgärung oder Weinkrankheiten zu schützen,
kann sich der Hausweinbereiter der Pasteurisation bedienen. Das
Erhitzen in offenen Gefäßen ist jedoch weniger zu empfehlen,
weil die Getränke, je mehr der Sauerstoff der Luft auf sie
einwirkt, |
einen
Kochgeschmack erhalten. Man pasteurisiere deshalb im Haushalt in
Flaschen, die etwa 3-4 cm Luftraum unter dem Korkstopfen haben
müssen. In einem breiten und hohen Kochtopf werden die Flaschen
auf einen Holzrost gestellt. Man fülle mit warmen Wasser |
bis
zu 3/4 Höhe der Flaschen auf, erhitzt auf 70°C, läßt
bei dieser Temperatur einige Minuten auf kleiner Flamme stehen
und stellt dann zum Abkühlen beiseite. Je alkoholreicher der
Wein ist, desto niedriger kann die Pasteurisation gehalten werden. |
| Abgesehen
von Falläpfeln, die nach entsprechender Vorbereitung kurz
aufgekocht werden, sind andere Früchte nur durch Pressen
oder Einmaischen
zu entsaften. Das Kochen |
der
Früchte, oder die Behandlung mit heißem oder kochendem
Wasser, führt in den meisten Fällen (z.B. Hagebutten)
zu schwer behebbaren Trübungen des Weines. |
| eignen
sich dagegen gut zur Fruchtsaftgewinnung. Da sie entkeimte Fruchtsäfte
ergeben, tritt das Bukett der Weinhefe besonders prägnant in Erscheinung. |
Es
ist darauf zu achten, daß die Weinhefe erst dann dem Fruchtsaft
hinzu gefügt wird, wenn dieser auf etwa 25 ° C abgekühlt ist. |
| lassen
sich zur Hausweinbereitung verwenden, wenn das Eingemachte nicht
mit einem Konservierungsmittel versetzt worden ist. Da Zucker-
und Wasserzusätze im Einmachgut in |
jedem
Falle verschieden ist, muß man die Zusammensetzung schätzen und
auf die in der Fruchtsaft-Tabelle genannten Mengen mit Zucker und
evtl. Wasser ergänzen. |
| sind
im Haushalt hergestellt eine gesetzlich unzulässige Alkoholproduktion
und daher verboten. Auf Verstöße gegen die gesetzlichen Anordnungen
stehen hohe Strafen. |
| wird
in der Form hergestellt, daß weiße südweinähnliche Getränke mit
hohem Alkoholgehalt kurze Zeit mit Wermutkräutern aromatisiert
werden, die als Drogen in allen Fachgeschäften zu haben sind. Eine
kleine Menge der getrockneten Kräuter wird in einem Gazebeutelchen
in den |
wein
gehängt. Von Stunde zu Stunde abschmecken, bis der Geschmack zusagt
und dann mit Zucker nach Wunsch süßen. Bei Zugabe von Alkohol darf
das fertige Getränk nicht mehr als 145 Gramm Alkohol im Liter enthalten. |
| In
den Vorschriften und Tabellen auf Seite 26-29 sind Früchte
als Grundlage der jewils für 5 Liter berechneten Rezepte genommen
worden. Die folgende Tabelle soll nun denjenigen Hausweinbereitern,
die frisch geerntete |
Früchte nicht selbst verarbeiten, sondern nur mit Fruchtsäften
arbeiten, geeignete Anhaltspunkte geben. Man halte sich aber immer
vor Augen, daß mit Konser-vierungsmitteln haltbar gemachte
Fruchtsäfte nicht zur Hausweinbereitung |
verwendet werden können, weil sie entweder zu schwer oder überhaupt
nicht vergärungsfähig sind. Alle Vorschriften sind außerdem
nur für den Hausgebrauch bestimmt. |
|
Auf 5 Liter Gesamtansatz berechnet:
|
Frucht |
Art |
Fruchtsaft
(Liter) |
Zucker
(Gramm) |
Wasser
(Liter) |
Hefestamm |
Äpfel, saure |
Tischwein..........................
Tischwein nach Proferm-Art.
süßer Dessertwein............. |
3,8 3,0
3,2 |
800 900 1650 |
0,8
1,6 0,9 |
Proferm-Rüdesheimer Liebfraumilch Proferm-Sauternes
|
Brombeeren |
Frühstückswein..................
Dessertwein...................... |
3,5
3,0 |
850
1650 |
1,0
1,0 |
Proferm-Burgunder
Proferm-Malaga |
Erdbeeren* |
Dessertwein
|
3,0 |
1700 |
1,0 |
Proferm-Madeira |
Heidelbeeren |
Tischwein
Dessertwein
|
2,6
2,8 |
700
1700 |
2,0
1,2 |
Proferm-Bordeaux
Proferm-Samos |
|
Himbeeren |
Dessertwein
|
3,0 |
1800 |
0,9 |
Proferm-Tarragona |
Johannisbeeren |
Tischwein
Dessertwein
|
2,0
2,2 |
700
1800 |
2,5
1,7 |
Proferm-Aßmannshäuser
Proferm-Tokaier |
Stachelbeeren |
Tischwein
Dessertwein
|
2,6
2,4 |
700
1650 |
2,0
1,6 |
Proferm-Niersteiner
Proferm-Sherry |
Sauerkirchen |
herber Frühstückswein
Dessertwein
|
2,5
2,8 |
850
1650 |
2,0
1,2 |
Proferm-Burgunder
Proferm-Portwein
|
|
Soll an Stelle der angeführten Hefestämme eine andere
Proferm-Weinhefe verwendet werden, dann richtet man die Zuckerzugabe
nach der Zuckertabelle auf der zweiten Umschlagseite. Im gelösten
Zustand nimmt 1 kg Zucker ca. 0,6 Liter Raum ein. Man kann sich
hiernach also sehr leicht die noch erforderliche Wasserzugabe
errechnen.
* Bei Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren ist eine
Säurezugabe von 5-10 g auf 5 Liter Gesamtansatz notwendig.
|
Beispiel: Johannisbeer-Dessertwein.
Fruchtsaft................................2,02
Liter
Madeirahefe = 1,7 kg Zucker = 1.02 Liter Wasser bis zu 5 Liter
ca. ........ .1,78 Liter
_________________________________ Gesamtansatz 5,00 Liter
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| Wenn Sie in einem der in diesem Buche
enthaltenen Rezepte eine andere Heferassen, als angegeben, verwenden
wollen, dann müssen Sie auf je 5 Liter Ansatz stets diejenigen
Zuckermenge verwenden, die hinter dem betreffenden Hefestamm in
nachstehender Tabelle verzeichnet ist. |
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Herkunft
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Heferasse
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Zucker auf 5 Liter Ansatz (g)
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Ungefärer Alkoholgehalt (%)
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Art
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Mosel
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Bernkastker Zeltinger
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600 500
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6-8 5-7
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leicht herb leicht herb
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Rhein
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Aßmannshäuser Johannisberger Liebfraumilch
Niersteiner Rüdesheimer Steinberger
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700 850 900
700 800 800
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7-9 7-8 9-11
7-9 8-10 8-10
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leicht herb leicht herb kräftig mildherb
kräftig herb kräftig mildherb kräftig mild
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Pfalz
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Pfälzer
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700
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8-9
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kräftig herb
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Frankreich
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Bordeaux Burgunder Haut Sauternes
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700 850 1650
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7-9 8-12 12-16
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kräftig herb kräftig stark herb kräftig süß
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Grichenland
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Samos
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1700
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12-16
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kräftig süß
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Ungarn
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Tokaier, herb Tokaier, süß
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1200 1800
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10-12 14-16
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kräftig herb kräftig würzig
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Portugal
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Madeira Portwein
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1700 1650
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12-15 12-15
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kräftig süß kräftig würzig
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Spanien
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Malaga Sherry Tarragona
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1650 1650 1800
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12-15 12-15 14-16
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kräftig süß kräftig süß kräftig sehr süß
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Schaumwein
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Perlschaum
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500
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5-7
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leicht herb
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Nun
kann die Hausfrau wieder köstliche Marmeladen und Gelees in
kürzester Kochzeit im Haushalt selbst herstellen, denn nach
kriegs- und nachkriegs bedingter Unterbrechung ist das bewährte
Obstgeliermitel jetzt wieder im Handel erhältlich.
Gelapekt ist kein chemisches Erzeugnis. Als Apfelpektin aus Apfelrückständen
gewonnen, hat es als natürlicher Fruchtbestandteil die besondere
Eigenschaft, bei Marmeladen und Gelees in Verbindung mit Zucker
und Säuren die Gelierung zu bewirken. Da Pektin nur in wenigen
Früchten in hinreichender Menge vorhanden ist, mußte
man früher stundenlang |
gekocht
werden, bis das in den Früchten enthaltene Pektin genügend
konzentriert war, um die Gelierung herbeizuführen. Dabei ging
oft über die Hälfte des Fruchtsaftes verloren. Eine breiige,
übersüße Masse blieb zurück, das köstliche
Fruchtaroma ging verloren. Jetzt fügt die Hausfrau
den Kochungen Gelapekt hinzu und erreicht in 10 Minuten Kochzeit
ohne wesentliche Einkochverluste schnittfeste, haltbare und wohlschmekende
Marmeladen, in welchen Aroma, Fruchtfarbe und Vitamine der verwendeten
Früchte weitgehend erhalten beleiben.
250 g Gelapekt reichen für eine Normalkochung von vier Pfund
Frucht und 4 Pfund Zucker aus. Gelapekt ist in Flaschen und in Pulverform
im Handel zu haben. |
Fehlkochungen
sind bei Verwendung von Gelapekt ausgeschlossen, wenn die Kochvorschriften
genau eingehalten werden. Wer als Anfänger nicht sicher ist,
oder die Kochung aus irgend einem Grunde unterbrochen hat, sollte
nach Beendigung der Kochzeit eine Geleeprobe vornehmen. Während
die Masse auf kleiner Flamme weiterkocht gibt man einen Teelöffel
voll auf eine Untertasse und stellt die Masse beim Schrägstellen
der Untertasse über den Topfrand hinweg, kann abgefüllt
werden, fließt sie auseinander, muß´noch einige
Minuten auf großer Flamme weitergekocht werden. |
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Beachten Sie beim Einkochen mit
Gelapekt folgende Ratschläge:
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1. Reife, jedoch nicht überreife Früchte
verwenden.
2. Früchte nach dem Waschen stets gut abtropfen lassen.
3. Früchte richtig abwiegen und gründlich zerkleinern.
4. Nur große Kochtöpfe mit breiter Heizfläche, höchstens zur
Hälfte gefüllt verwenden. 5. Kochzeiten, richtig einhalten, auf großer Flamme kochen und lieber eine Minute länger als zu kurz kochen. 6. Die Kochzeiten rechnen stets von dem Zeitpunkt an, wenn die Masse nicht etwa nur aufwallt, sondern wirklich sprudelnd und schäumend kocht. 7. Töpfe stets offen halten, ständig umrühren und abschäumen.
8. Masse noch kochendheiß in Gläser füllen und mit Tuch bedeckt
stehen lassen, bis die Oberfläche fest geworden ist. 9. Marmeladen
und Gelees werden nicht immer sofort, sondern erst nach einigen
Tagen fest. Daher Geduld nicht verlieren. |
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