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Unser Bau...(Teil 1)(Teil 2)

Auszüge aus dem Bautagebuch... (ein Krimi, nur für starke Nerven)
29.12.1980 5 Pakete Gasbeton wurden geliefert. G.H:, M.T. haben geholfen abzuladen.
29.12.1980 5 Pakete Gasbeton wurden geliefert. G.H:, M.T. haben geholfen abzuladen.
27.01.1981 Nochmal 20 Stück Hohlbetondielen abgeholt. G.H., M.T., M.U. haben mit abgeladen.
02.02.1981 10 Pakete Gasbeton (300 Stück) geliefert bekommen. G.H., M.T., M.U. haben mit abgeladen.
19.03.1981 Von der Staatlichen Bauaufsicht wurde ein Baustopp ausgeschrieben.
01.04.1981 420 Stück Leichtbeton-Hohlblocksteine geliefert. G.H., M.T. haben mit abgeladen.
13.04.1981 2400 Stück Ziegelsteine MZ 15 abgekippt.
20.04.1981 400 Stück Schwerbetonsteine angefahren. G.H. und M.T. haben a l l e i n abgeladen. Wir waren Montags erst aus Jüterbog gekommen...
24.04.1981 400 Stück Schwerbeton-Hohlblocksteine abgeladen. GH, MT, MU und ChP haben mit abgeladen.
27.04.1981 Dachbinder wurden geliefert, zerlegt. GH, MT, MU und ChP haben mit abgeladen. Ein Fass Kaltanstrich war auch dabei.
02.05.1981 Baugrube sollte ausgehoben werden. Kipper konnten nicht kommen.
09.05.1981
Samstag
Baugrube wird endlich augehoben. 7.00 Uhr war Treff. -Reifenpanne des T 174. 8.00 Uhr: Hydraulikschlauch geplatzt. Anschließend geht es zügig vorwärts. Auf der Halde war die Kipphydraulik des Skoda (9t) defekt. -repariert- Nachmittag hatte der MAS-Kipper Kupplungsschaden -repariert. 2 x 20 Liter Diesel gekauft. 17.30 Uhr war der letzt Kipper abgefahren. Seit lagem der wärmste Tag: 27 ° C. Das war meine erste Bauleitertätigkeit.
12.05.1981 Für 11.00 Uhr war die nächste Materialsendung angepfiffen. 4 Mann zogen zur Baustelle. MT, NU, Ch.P. Es war wieder sehr warm und das gibt Durscht. 150 Drainagerohre - war nicht schlimm. 15 Kabelabdecksteine, 18 Steinzeugrohre Ø 100 und 8 Stück Steinzeugrohre Ø 150. Bei den 10 Stück 1,2 m Sturzträger liefen die ersten Transpirationsperlen. Dann kammen die Pralinen: 4 Stück 2,7 m Stürze mit Tragösen, als Krönung 4 Stück 3,0 m Stürze ohne Tragösen. Die Luft war nun "stocktrocken". Was lag da näher, als sich um Rachenbefeuchter zu kümmern. 13.30 Uhr war dann abgeschwitzt und wir fuhren wieder zur Arbeit.
15.05.1981
Freitag
16.30 Uhr war das Vermessen der Baugrube geplant. Der Zeitpunkt war gut gewählt: Es gab ein Donnerwetter... Meine Klamotten waren nass bis auf die Haut - Beinhaut, Rückenhhaut, Kopfhaut. 20.30 Uhr war es dann geschafft. Bis auf  - die Baugrube war schief und an 3 Ecken einen halben Meter zu klein.
16.05.1981
Samstag
Der Tag des Ausbügelns. Alle Pflöcke nochmal versetzen. (vorher die Baugrube vergößern). Zum Einschlagen der Pfähle hatte ich einen "Hammer", den man kaum einen halben Meter heben konnte...
um den 04.06.1981 Nach dem nochmaligen Ausmessen konnten endlich die Gräben für die Fundamentstreifen ausgehoben werden. Dafür habe ich extra eine Woche vom Urlaub in Porstendorf geopfert. Es waren schätzunhsweise mehr als 100 Schubkarren  voll Lehm, die abgefahren werden mußten.
11.06.1981 Die Gräben für die Fundamente waren fertig, der Beton konnte kommen. Aber es kam etwas anders... -nämlich von der Bauaufsicht ein Schreiben: "Weiterführung des Eigenheimbaues untersagt. Das Bauvorhaben ist bis zur Erfüllung unserer Bedingungen stillzulegen." Es dreht sich um die Funktionsicherheit und Wirksamkeit der Fußbodenheizung. (Das Lesen dieser Akte ist nur etwas für starke Nerven und deren Besitzer müssen möglichst sitzen.)
30.06.1981 Als Krönung dieser stumpfsinnigen Bürokratie (ich versuche hier noch einen höflichen Ausdruck zu verwenden) wurde bei der Sparkasse die Kreditsperre erwirkt. - Obwohl die spezelle Ausführung der Fußbodenheizung nichts mit dem Rohbau und schon gar nicht mit dem Fundament zu tun haben.

Das Ergebnis dieser - von der Sache her sinnlosen Festlegungen waren eine Menge schlafloser Nächte... 10 bis 15 mal hatte ich mir eine Söffelpumpe geliehen, um die Gräben wieder auszupumpen und anschließend jedesmal dem Schlamm durch die allmählich einfallenden Wänden wieder raus zu schippen.
20.07.1981 Die "Bedingungen" vom 11.06.1981 habe ich "versucht" (diesen Begriff nur aus Bescheidenheit) in einem 2-seitigen + 6-seitigem langem Schreiben + Anlagen zu erfüllen - leider vergeblich.
Hierzu gingen Konsultationen mit der Staalichen Bauaufsicht / Rat der Stadt, Herr xxx, mit meinem Projektanten Koll.xxx und Koll.xxx, mit Herrn xxx, der im Istitut der Technischen Gebäudeausrüstung, Leipzig die "Hinweise zur Projektierung und Ausführung von Niedertemperatur-Fußbodenheizung" verfasst hat, voraus. Ebenfalls  wurde mit Heizungsfachleuten vom Architektenbüro vom Rat der Stadt, sowie mit der ausführenden Firma der Kesselanlagen gesprochen.

Von diesem Personenkreis habe ich eine optimistische Stimmung mit bekommen. - Aber das Ergebnis war niederschmetternd.
24.10.1981 Schreiben vom Projektanten mit Berechnungen und Anlagen betreff der Bauhülle - Fußbodenheizung.
25.10.1981 Es wurde meinerseits nochmals ausführlich über die Ausführung der Fußbodenheizung an die Bauaufsicht geschrieben.
14.11.1981 Anruf bei der Bauaufsicht zwecks Umstellung auf Radiatoren-Heizung. Die Anwort war wieder "errötend", denn solange kein Heizkessel da ist, kommt nur Kachelofen-Luftheizung in Frage (obwohl der Heizkessel vom Stadtbezirk bilanziert war.)
24.11.1981 Anruf bei der Bauaufsicht des Bezirkes. Das Gespräch als solches war gar kein Gespräch und außerdem sinnlos. -Bauaufsicht Stadtbezirk hat natürlich Bauaufsicht Bezirk vorgewarnt... Mein Fürsprecher Bauaufsicht Stadt war zur Kur...

Wieder mit Bauaufsicht Stadtbezirk gesprochen. Fußbodenheizung wird abgelehnt. Nur typengerechter Bau möglich. (Kachelofenluft-Heizung) Am 11.6.81 waren noch Bedingungen zu erfüllen für die Fußbodenheizung...
06.12.1981 Schreiben von der Bauaufsicht. ...Errichtung eines Eigenheimes wird verweigert.
08.12.1981 Gespräch mit Bauaufsicht Stadtbezirk. Die Ablehnung der Fußbodenheizung wurde "erläutert". Die Bedingungen für die Radiatoren-Heizung wurde genannt. (Aktennotiz)

Die Umstellung auf die Radiatoren-Lösung wurde zur Erreichung der Bauzustimmung in Erwägung gezogen. Doch dieser Spaß hätte sich augenscheinlich fast so lange hingezogen, wie die Klärung der Fußbodenheizung. Also zurück auf das alte (neue) Gleis: Niedertemperatur-Fußbodenheizung und "sonst gar nichts!!"
02.02.1982 Meeting mit dem Stadtbezirksbaudirektor und deren Bauaufsicht. Es wurden nochmals Bedingungen durchgesprochen.
17.02.1982 Schreiben an Bauaufsicht. Antwort auf das "Verweigerungsschreiben v. 6.12.81". Es wurde wieder, wie so oft schon,Antwort auf die Bedingungen der Bauaufsicht gegeben.
23.02.1982 Bauzustimmung wurde erteilt! "Mit diesem Prüfbescheid wird die bauaufsichtliche Zustimmung zur Errichtung des Eigenheimes Typ EW 65 b nachträglich erteilt."

Anschließend, als der Frost aus der Erde war, wurde wieder begonnen, die Gräben für die Fundamente zu graben. Sie waren bis zu 80%  wieder zugeschüttet. Der obere Teil war doppelt so breit wie ursprünglich.

Dann wurde pausenlos Holz (Bretter) gefahren und tagelang die Schalung, die ja jetzt nötig war, gebaut. Inzwischen mußte wieder im Schlamm gewühlt worden.

Karin und PH haben mir sehr dabei geholfen.

Es mußte neu vermessen werden (die Schnurböcke waren zum Teil weggespühlt worden. Rödeldraht besorgt, Knacken gesägt, Bretter geschnitten, Schalung mit Folie bespannt, Schalung eingewogen...
29.03.1981 Die Jagd nach Fertigbeton begann vom Neuen. Zementkontingent abgegeben - dafür Fertigbeton.
05.04.1981
Montag
10.00 Uhr kamen 4 m³ Fertigbeton - wurden abgekippt und der erste Bauabschnitt begann tatsächlich - kaum zu fassen. Es war wirklich war - da lag der Beton. Dann gingen wir SS, MT, GH, und ich, wie die Kaputten über den Berg her und in 60 Minuten waren die ersten Fundamente fertig. Die Suppe lief in Strömen (die eigene) 12.15 Uhr kamen, als Zugabe, noch mal 5 m³ Beton. Die waren schon in 40  Minuten da, wo sie hinsollten. Das Fundament war damit aber erst zur Hälfte fertig.
          Fortsetzung folgt